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Röbel : Neues Sprüttenhus sprengt Süseler Etat

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Architektenentwürfe für einen Neubau in Röbel gehen von 700 000 Euro Kosten aus. Das ist den Gemeindevertretern deutlich zu viel.

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erstellt am 17.Sep.2014 | 04:00 Uhr

Zwischen Sprachlosigkeit und Entsetzen bewegten sich Montagabend die Reaktionen im Finanzausschuss der Gemeinde Süsel. Auslöser war Sönke Utke, genauer gesagt eine Zahl, die der Oldenburger Architekt mit Blick auf den Bau eines neuen Feuerwehrhauses in Röbel nannte: 700 000 Euro seien realistisch, wenn die Gemeinde kein Grundstück dafür kaufen müsse.

Undenkbar, reagierten Klaus Berger und Martina Kloth-Korten (beide SPD), das könne die Gemeinde angesichts ihrer finanziellen Ausstattung nicht leisten. Dann wäre für alle anderen Aufgaben – von Kindergarten bis Straßenunterhaltung – kein Geld mehr da, konstatierte Klaus Berger, und auch der Kauf neuer Feuerwehrautos stünde in den Sternen.

Karsten Klüver (CDU) transformierte seinen Schock in den Vorschlag, die Sache auszusitzen: Wenn die Feuerwehrunfallkasse bereit sei, in Bujendorf zwei kreuzende Garagenausfahrten hinzunehmen, werde sie vielleicht auch stillhalten, wenn es für Röbel keine schnelle Neubaulösung gebe.

Davon riet Sönke Utke ab: Er habe schon viele unzureichende Feuerwehrhäuser gesehen, aber noch keines mit solchen Mängeln wie Röbel: An den Fahrzeugen müssten die Außenspiegel eingeklappt werden, damit sie überhaupt durch die Tore kommen, die Stellplätze seien zu kurz und und es gebe Stufen in der Halle: „Das ist schon Hardcore, was die Feuerwehrleute da leisten müssen, ein Wunder, dass da noch nichts pasiert ist.“

Den Planer hatte die Gemeinde gebeten, verschiedene Varianten für ein neues Feuerwehrhaus in Röbel zu entwerfen, nachdem die Feuerwehrunfallkasse – wie berichtet – schon Anfang 2012 für das vorhandene Sprüttenhus eine lange Mängelliste aufgestellt und dieses Jahr eine Lösung angemahnt hatte. Da Utke sowohl beim Feuerwehrneubau in Süsel (Kosten 350 000 Euro) als auch beim Umbau in Gothendorf preisgünstige Wege ermöglicht hatte, erhofften sich die Gemeindevertreter für Röbel eine Lösung, die vielleicht bei 400 000 Euro läge.

Einen Umbau oder eine Erweiterung des Sprüttenhuses nannte Utke gleich zu Beginn unrealistisch, außerdem reiche der Platz auf dem Grundstück dafür nicht aus. Das benachbarte, mit einem Bolzplatz belegte Grundstück wäre hingegen groß genug. Vielleicht könnte man den Bolzplatz auf den heutigen Parkplatz der Feuerwehr verlegen und das alte Feuerwehrhaus verkaufen, schlug Sönke Utke vor.

Wie könnte man die Summe von 700 000 Euro reduzieren? Im Entwurf Utkes sind sanitäre Einrichtungen doppelt, jeweils eigene Toiletten für Feuerwehr und Benutzer eines Dorfgemeinschaftsraumes. Bei einer gemeinsamen Toilettenanlage und mit einer schlichten Hallenbauweise ließen sich vielleicht 120 000 Euro sparen.

Die deutlich geringeren Baukosten in Süsel hätten auch aus dem hohen Maß von Eigenleistungen der Süseler Wehr resultiert, gab Utke zu bedenken. „Was wir machen können, werden wir machen, aber wir haben leider nicht so viele Handwerker in unseren Reihen“, sagte der Röbeler Wehrführer Rolf Müller. Er appellierte an Dorfbewohner, bei dem Bau zu helfen, indem sie zum Beispiel Maschinen für Erdbewegungen bereitstellten. Das Haus sei nicht nur für die Feuerwehr, sondern für die Dorfgemeinschaft.

Eine für die Ausschusssitzung vorgesehene Entscheidung über eine Variante des Architekten und eine Standortentscheidung fand nicht statt. Vorher soll überlegt werden, wie die Kosten für ein neues Feuerwehrhaus reduziert werden können.

Einen großen Schritt weiter ist die Problemlösung für die Bujendorfer Feuerwehr: Dort war der Bau eines großen Carports unterbrochen worden, nachdem der Bürgermeister zu spät bemerkt hatte, dass dafür eine Baugenehmigung gebraucht würde. Die wurde nun nachträglich eingeholt, die dafür notwendigen Kosten in Höhe von 4000 Euro bewilligte der Ausschuss.

10 000 Euro will die Gemeinde für den Abbau von elf Feuerwehrsirenen bereitstellen, die wegen der Alarmierung über Meldeempfänger nicht mehr gebraucht werden. Die betroffenen Sirenen stehen ausnahmslos auf privaten Häusern oder Grundstücken. Sie sollen allein schon aus Sicherheitsgründen demontiert werden.

 

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