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Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 20:10 Uhr

Eutiner Feuerwehr : Neues Rettungsboot in Seenot

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das neue Rettungsboot der Eutiner Feuerwehr ist zu groß für die alte Einsatzstelle. Doch der gewünschte Zugang an der Schwimmhalle ist mit Altlasten belastet.

shz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 04:00 Uhr

Eutin | Es sind nur knapp fünf Zentimeter, die der Freiwilligen Feuerwehr Eutin Probleme bereiten. Denn um dieses kleine Stück ist der Trailer des neuen Rettungsbootes breiter als der Anhänger des alten Schlauchbootes. Das führt dazu, dass die bisherige Einsatzstelle im Großen Eutiner See nicht mehr genutzt werden kann. Und: Wird die Wehr jetzt zu einem Notfall auf dem Wasser gerufen, muss sie ihr erst vier Wochen altes Boot vorläufig mittels Drehleiter ins Wasser setzen.

Eine offizielle Einsatzstelle für das Rettungsboot der Feuerwehr gab es auch früher nicht. Das aus dem Jahr 1991 stammende Schlauchboot wurde immer vom Gelände der Fischerei Schwarten aus eingesetzt. Die Rampe dort ist aber jetzt nicht mehr breit genug für den neuen Bootstransporter, und es gibt noch ein Problem: Der Gerätewagen, an den der neue Trailer angehängt wird, lässt sich aufgrund seiner Größe nicht bis ans Ufer fahren.

Warum aber schafft die Feuerwehr für 24 000 Euro ein Rettungsboot an, das nur mit viel Mühe ins Wasser gelassen werden kann? „Das neue Rettungsboot ist moderner und hat all die Ausstattung, die die Feuerwehr wollte“, erklärt Eutins Ortswehrführer Wolfgang Mevs.

Ein anderes Boot, das die Anforderungen erfülle, wäre auch nicht kleiner, betont er. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme bei dem neuen einfach. Ein Schlauchboot müsse beispielsweise sehr intensiv gewartet werden.

Und außerdem, fügt Mevs hinzu, habe gar nicht die Feuerwehr das Boot gekauft. Sie habe nur beraten. Über die Anschaffung habe die Stadt Eutin entschieden.

Julia Lunau, Leiterin des Fachdienstes Bürgerservice, sieht das etwas anders. „Jetzt schieben wir uns gegenseitig den Schwarzen Peter zu“, so ihr Kommentar.

Natürlich hätte Mevs gerne eine eigene Einsatzsstelle für die Feuerwehr. Nicht nur, weil die von ihm als „Notlösung“ bezeichnete Variante über die Drehleiter recht zeitaufwändig ist. „Es dauert zehn Minuten von der Ankunft an der Stadtbucht, bis das Boot dort im Wasser ist“, hat Mevs gestoppt. Hinzu komme die Fahrt vom Gerätehaus bis zur Stadtbucht. Die vorgegebene Hilfsfrist von zwölf Minuten sei so nicht einzuhalten. Allerdings: „Wenn wir einen Einsatz auf dem Sibbersdorfer See haben, dann brauchen wir ja auch länger“, relativiert Mevs den Zeitdruck.

Auch wenn Fachdienstleiterin Lunau der Meinung ist, dass eine eigene Einsatzstelle für die Feuerwehr nicht dringend notwendig sei, so unterstützt sie den Wunsch von Mevs. „Wir arbeiten an einer Lösung.“ Wann diese Lösung gefunden ist, kann sie aber noch nicht sagen.

„Ich hoffe, dass da zeitnah etwas passiert“, sagt der Ortswehrführer. Er befürchte aber, dass es erst nach der Landesgartenschau 2016 etwas werde. Obwohl bereits im vergangenen Jahr Geld für eine Einsatzstelle in den Haushalt eingestellt worden sei, so Mevs.

Bis 2016 werde es gewiss nicht dauern, widerspricht Lunau. Auch habe die Einsatzstelle nichts mit der Gartenschau zu tun. Das Problem liege woanders. Sowohl Feuerwehr als auch Verwaltung favorisieren eine Einsatzstelle direkt an der Schwimmhalle – dort gebe es aber vermutlich noch einige Probleme im Uferbereich.

Was Lunau andeutete, ist eine dort schlummernde Altlast der früheren Gasanstalt. Durch deren Verbrennungsrückstände gilt der Boden als kontaminiert. Auf dieses lange bekannte Problem machte Andreas Bünger, Chef der Stadtwerke Eutin GmbH, wieder aufmerksam: „Akuter Handlungsbedarf besteht t nicht, wie unsere regelmäßigen Proben zeigen, aber man sollte besser nicht am Untergrund rühren.“ Für eine aufwändige Sanierung wollten bisher weder Land noch Stadtwerke aufkommen. Was ein neues Boot doch alles aufrührt...

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