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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 21:23 Uhr

Neustadt : Neues Leben für alte Getreidesilos

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Lübecker Fachhochschul-Studenten präsentieren Entwürfe zur Umnutzung des Industriebereichs am Neustädter Hafen

Wie soll die Westseite des Neustädter Hafen zukünftig aussehen? 17 Architektur-Studenten der Fachhochschule Lübeck haben sich dazu seit April intensiv Gedanken gemacht. Und jetzt ihre Entwürfe zur Umnutzung und Sanierung von Getreidespeicher und Co. vorgestellt. Den markanten Gewerbebauten an der Bahnhof- und Werftstraße soll neues Leben eingehaucht werden.

In acht Teams erarbeiteten die Master-Studenten pfiffige Ideen, die bei der öffentlichen Vorstellung in der Mensa der Jacob-Lienau-Schule viel Applaus von den rund 30 interessierten Neustädtern ernteten. „Toll, ohne lokale Befindlichkeit haben die losgelegt“, lobte Günter Schulz die Arbeit der Studenten. Dem Neustädter gefiel insbesondere die Idee, Wohnraum für junge Familien zu schaffen. „Davon gibt es viel zu wenig in Neustadt“, sagte der langjährige Vorsitzende des Seniorenbeirats. „Aber auch die Theater-Idee ist sehr spannend“, sagte Schulz. Ein Team hatte sich nämlich dazu entschlossen, beinahe alle Gebäude an der Werftstraße abzureißen und im so genannten Petersen-Speicher ein multifunktionales Theater einzurichten. 175 Sitzplätze könnte die „Neustädter Elbphilharmonie“ mindestens haben. Die seien noch steigerbar, so die jungen Planer.

Die meisten Teams nahmen sich bei ihren Planungen den doppeltürmigen LHG-Speicher vor. Hier dominierte eine fiktive Nutzung als Hotel oder Wohnraum. Der Entwurf von Bettina Bastian und Henning Ukena sieht hierfür Fensteröffnungen vor, die mit halbdurchsichtigem Kupfergewebe verdeckt werden. So bleibt der Gesamtcharakter von außen erhalten und auch der Denkmalschutz habe keinen Grund zur Klage, sagten die beiden.

Andere Teams widmeten sich dem Petersen-Speicher, einem historischen Silo-Gebäude an der Kaikante. Auch hier dominierten Hotel- und Wohnnutzungen in den Entwürfen. Nur ein Team möchte aber das graue HaGe-Silo erhalten, dort im unteren Teil eine Kletterhalle, im oberen Teil ein Hotel samt Aussichtsplattform einrichten. „Das lässt sich sicherlich wirtschaftlich
nicht darstellen“, kommentierte Architekturprofessorin Renate Abelmann diese Idee. Antje Weise, Leiterin des Stadtbauamts, begrüßte alle Ideen – insbesondere die Hotel-Pläne seien „sehr realistisch“, so Weise. Denn die Ideen der Studenten sollen nicht nur Teil ihres Studiums sein. 2014 teilte die Getreide AG mit, das mehr als 5000 Quadratmeter große Areal mit dem markanten Doppelsilo nicht mehr zu benötigen. Ende 2018 laufen die Verträge aus. Eine Hamburger Firma ist damit beauftragt, einen Käufer zu finden – und der sollte 2,5 Millionen Euro dafür aufbringen können. Parallel läuft ein städtebaulicher Wettbewerb. Heute werden im Rathaus die drei besten Entwürfe vorgestellt. „Das wird spannend, was für Sie daraus wird“, sagte Weise in Richtung der Studenten.

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erstellt am 27.Jul.2017 | 17:00 Uhr

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