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Ostholsteiner Anzeiger

24. Oktober 2017 | 10:12 Uhr

Neues Konzept für Asylbewerber

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ostholstein: Flüchtlinge nur noch sechs Monate im Heim

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Seit drei Jahren wohnt Ibrahim Ahmadi nun schon im Asylbewerber-Heim in Lübbersdorf. „Die Unterkunft ist gut. Alles ist sauber“, sagt er. Nach seiner Flucht fand der Afghane dort Unterschlupf, stellte Antrag auf Asyl. Das Verfahren zieht sich in die Länge, die Gemeinschaftseinrichtung am Rande von Oldenburg könnte er dennoch schon bald verlassen.

Grund dafür ist ein überarbeitetes Unterbringungskonzept des Kreises. Es sieht vor, dass neu zugewiesene Asylbewerber vorzugsweise nur noch bis zu sechs Monate in Lübbersdorf verbringen. Nach dieser Orientierungsphase sollen sie auf die Städte, Ämter und Gemeinden in Ostholstein verteilt werden. Diese erfahren im Idealfall drei Monate im Voraus, wie viele Flüchtlinge ihnen zugewiesen wurden. Genug Zeit, um Unterkünfte und Plätze in Bildungseinrichtungen zu organisieren. Familien mit schulpflichtigen Kindern sollen möglichst gar nicht mehr in dem Asylbewerber-Heim untergebracht werden, sondern sofort in die Städte oder Dörfer ziehen. Mehrfache Schulwechsel würden so vermieden. „Das haben wir zwar bisher auch schon so praktiziert, jedoch haben wir uns erst jetzt diesen festen Rahmen gegeben“, erklärt Leiter Michael Jany.

Auf Asylbewerber wie Ibrahim Ahmadi, die bereits seit einigen Jahren in Lübbersdorf leben und sich hier ein soziales Umfeld aufgebaut haben, möchte er bei der Wahl ihrer zukünftigen Heimat besonders Rücksicht nehmen. „Wir werden gucken, wo sie ihren Lebensmittelpunkt haben.“ Die neue Regelung sieht er sowohl für die Kommunen als auch für seine eigene Einrichtung als guten Kompromiss. Nötig wurde das neue Unterbringungskonzept vor allem durch die steigende Zahl der Flüchtlinge.

Während dem Kreis Ostholstein in 2012 noch 153 Asylbewerber zugewiesen wurden, waren es in den ersten zehn Monaten dieses Jahres bereits 232. „Wir befinden uns damit wieder auf dem Niveau von 1993“, sagt Nicole Robien, Fachgebietsleiterin für Migration im Kreis. Die meisten Asylsuchenden kommen dabei aus Russland, Syrien, Afghanistan, Iran und Serbien. In Lübbersdorf stehen den Flüchtlingen 58 Plätze zur Verfügung. „Für die Übergangszeit bietet die Gemeinschaftsunterkunft eine menschenwürdige Unterbringung“, findet Landrat Reinhard Sager. Mit Vertretern aus dem Land und der Kommunalpolitik weihte er gestern einen neuen Anbau in dem Heim ein. Seite 4

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