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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 12:29 Uhr

Neues Gremium für Schulneubau

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gemeindevertretung will die Planung nicht allein der Gemeindeverwaltung überlassen / Kommunalpolitik und Fachleute sollen mitwirken

Ganz so forsch, wie es der Schulausschuss vorgeschlagen hatte, wollte die Gemeindevertretung dann doch nicht vorangehen: Anstelle eines reinen Grundsatzbeschlusses für den Bau einer neuen Schule als Ersatz für die Schule an den Auewiesen votierte die Gemeindevertretung am Donnerstagabend dafür, zunächst einmal ein Gremium einzurichten, in dem die Neubaupläne für die Gemeinschaftsschule vorangetrieben werden sollen.

Damit folgten die Gemeindevertreter einstimmig der Forderung nach einem „Entwicklungsgremium“, den Hans-Werner Salomon für die CDU eingebracht hatte. „Es muss von irgendwo gesteuert werden, kann nicht nur in den Händen der Verwaltung liegen“, forderte Salomon. Wer dem Gremium angehören soll, wurde noch nicht im Detail besprochen, klar ist aber, dass sowohl Gemeindevertreter als auch Fachleute vertreten sein sollen.

Der von der CDU geäußerte Einwand fiel letztlich bei den übrigen fünf Fraktionen auf fruchtbaren Boden. Dagmar Nöh-Schüren (Bürger-Innen für Malente) hatte zuvor bereits gefordert, einen Grundsatzbeschluss zu vertagen. Zu viele Dinge seien noch zu klären, etwa wo die neue Schule gebaut werden solle. Besondere Bauchschmerzen bereitete ihr die Idee, die Grundschulen in ein großes Schulzentrum zu integrieren. „Wenn wir das alles in ein Schulzentrum packen, habe sich Bedenken wegen der Kleinen“, erklärte sie und forderte, auch mit den Beteiligten, also Schülern, Eltern und Lehrern zu sprechen.

Die Schule war mit einer zwölfköpfigen Abordnung der Schulkonferenz, bestehend aus Schülern, Eltern und Lehrern, zu der Sitzung erschienen. „Wir wollen signalisieren, dass wir bereit sind, teilzunehmen“, erklärte Dr. Thilo Philipp, Leiter der Schule an den Auewiesen, der auf Bitten von Bürgervorsteher Rainer Geerdts (CDU) das Wort ergriffen hatte. Er habe mit dem Leiter der Grundschule, Uwe Borchers, bereits eine Raumanforderung vorgeschlagen, mit der pädagogische Ansätze wie das „Lehrer-Raum-Prinzip“ verwirklicht werden könnten, erläuterte Philipp. Dabei wären die Räume nicht mehr den Klassen, sondern den Lehrern fest zugeordnet. Philipp wies darauf hin,
dass aufgrund künftig zu erfüllender Brandschutzauflagen Handlungsdruck bestehe. „Es ist dringlich.“

Zu Beginn der Diskussion hatte Helmut Wagner (SPD) als Vorsitzender des Schulausschusses noch einmal die Situation umrissen. Der Schulbau in der Neversfelder Straße sei mittlerweile fast 45 Jahre alt und fast abgeschrieben. Es stelle sich nun die Frage, ob die Gemeinde nicht Nägel mit Köpfen machen und einen Neubau in Angriff nehmen solle. Dabei könnten nicht nur technische Anforderungen wie die Ausrüstung mit neuen Medien und die Anforderungen der Inklusion berücksichtigt werden. Die neue Schule könne auch zu einem Integrationszentrum ausgebaut werden und auch die Grundschulen aufnehmen.

Zugleich stellte Wagner aber erneut in Frage, ob sich die Gemeinde einen Neubau leisten könne. Nach gegenwärtiger Finanzplanung verdoppele sich der Schuldenstand von 2015 auf 2020 ohnehin auf 9,6 Millionen Euro. „So eine Maßnahme bedeutet, dass noch mal rund neun Millionen Euro dazukommen.“ Das sei nur mit Fördermitteln zu leisten.

Kosten kommen auf jeden Fall auf die Gemeinde zu, wie der Verwaltungsvorlage zu entnehmen ist. Eine Schätzung aus dem Jahr 2015 habe ergeben, dass eine Sanierung über 360  000 Euro teuer wäre. Und darin seien Wärmeschutzmaßnahmen gemäß Energieeinsparverordnung sowie Überlegungen zur Barrierefreiheit noch gar nicht enthalten. Der Schulausschuss hatte daher auf Drängen von Bürgermeisterin Tanja Rönck einstimmig einen Grundsatzbeschluss für den Schulneubau gefasst.

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erstellt am 23.Dez.2016 | 13:59 Uhr

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