Eutin : Neues Fundament fürs Schloss

Durch den Schlossgraben steht die Sommerresidenz der Großherzöge von Oldenburg auf einer Insel. Sinkende Wasserstände bedrohten die Standfestigkeit.
Durch den Schlossgraben steht die Sommerresidenz der Großherzöge von Oldenburg auf einer Insel. Sinkende Wasserstände bedrohten die Standfestigkeit.

Im November sollen mit Hilfe von Bigpacks die Basis der Grundmauern dauerhaft stabilisiert werden. Der Schlossgraben wird nicht verfüllt.

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04. Oktober 2018, 13:40 Uhr

Zwei Monate später als geplant wird das Schloss wieder zur Baustelle: Im November, hofft Burkhard Beck-Broichsitter, sollen Arbeiten zur Stabilisierung des Fundamentes beginnen. Das sollte, wie es zu Jahresbeginn hieß, im September geschehen.

Nach einer Ausschreibung der Arbeiten könne in wenigen Tagen die Auftragserteilung erfolgen, sagte Beck-Broichsitter weiter, der die Stiftung Eutin bei allen Bauprojekten berät. Die Dauer der Arbeiten soll sich bis Frühjahr 2019 hinziehen, die Gesamtkosten werden auf etwas mehr als zwei Millionen Euro geschätzt.

Das Vorhaben, den teilweise noch auf Jahrhunderte alten Eichenpfählen ruhenden Grundmauern eine verlässliche, dauerhafte Basis aus Beton zu verleihen, erfordert offensichtlich einige Abwägung: Die Schlossinsel, die durch einen Wassergraben gebildet wird, ist ein sehr sensibler Bereich.

So gab es 2007 Risse in den Schlossmauern, weil der Graben längere Zeit leer gestanden hatte. Eine Fundamentverstärkung mit Beton, der mit Hochdruck in den Grund gespritzt werden soll, hatte es „vor zehn oder 15 Jahren schon einmal gegeben“, sagt Britta Hermann, Geschäftsführender Stiftungsvorstand, dem OHA, und zwar im ältesten Teil des Schlosses, die Ecke links vom Eingang. Das sei erfolgreich gewesen, deshalb sei auch für die anderen Grundmauern dieses Verfahren geplant worden.

Bei der Ecke, die zur Stadtbucht zeigt, war für diese Hochdruck-Injektionen ein Stück des Wassergrabens verfüllt worden: Zum einen werde ein fester Stand für die Maschinen gebraucht, erläutert Beck-Broichsitter dem OHA, zum anderen müsse der Inselrand abgestützt werden, damit er nicht durch den Druck der Injektionen nach außen gedrückt werde.

Für die neue, umfassende Fundamentsanierung sei eine Verfüllung des Grabens angedacht worden. „Davon sind wir aber wieder abgerückt“, berichtet Beck-Broichsitter, nicht zuletzt, weil eine Firma im Ausschreibungsverfahren eine andere Methode vorgeschlagen habe: „Dabei werden mit Sand gefüllte Bigpacks, große Plasticksäcke, in den Wassergraben gestellt.“ Mit diesen mobilen, schweren Säcken werde abschnittsweise die Insel, auf der das Schloss steht, abgestützt und zugleich die Fläche geschaffen, auf der die für die Betoninjektionen notwenigen Maschinen stehen können.

Eine komplette Verfüllung des Schlossgrabens hätte bedeutet, dass etwa 2000 Lastwagen-Ladungen durch den Jungfernstieg gefahren woden wären, 1000 zum Bringen und genau so viele zum Abtransport des Füllgutes. Neben dieser enormen Belastung für Anwohner und Straße wäre auch die Ökologie des Gewässers vernichtet worden.

Für die Befüllung der Bigpacks werde es nach Aussage von Beck-Broichsitter immer noch 500 Anlieferungen und ebeno so viele Abholfahrten geben. Aber im Schlossgraben bleibt Wasser. „Wir sorgen auch für einen ausreichenden Wasserpegel, indem wir Wasser vom Großen See rüber pumpen,“ betont der Bauberater.

Wenn die Arbeiten am Fundament im kommenden Jahr abgeschlossen sind, ist das Bauprogramm noch nicht vollendet: Die Risse im Mauerwerk, die infolge der Fundamentsetzungen aufgetreten waren, sollen 2020 beseitigt werden.

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