Neuer Verein fördert Teilhabe

Die Teilhabe-Beraterin Martina Scheel nimmt als künftige Fahrerin den Schlüssel für „Karlchen“ von Landrat Reinhard Sager, Vorstandsvorsitzender Sparkassenstiftung, und Stiftungsgeschäftsführer Jörg Schumacher (r.) in Empfang. Edda Ralph und Horst Martin (2.  v.  li.) hoben den Verein aus der Taufe, unterstützt von Alfred Grüter (li.) vom Kreis.
Die Teilhabe-Beraterin Martina Scheel nimmt als künftige Fahrerin den Schlüssel für „Karlchen“ von Landrat Reinhard Sager, Vorstandsvorsitzender Sparkassenstiftung, und Stiftungsgeschäftsführer Jörg Schumacher (r.) in Empfang. Edda Ralph und Horst Martin (2. v. li.) hoben den Verein aus der Taufe, unterstützt von Alfred Grüter (li.) vom Kreis.

Die Sparkassen-Stiftung Ostholstein unterstützt die Arbeit mit Auto und einem Laptop / Behindertenbeirat gründete Verein

shz.de von
10. August 2018, 10:17 Uhr

„Karlchen“ ist rot, hat eine typische Sparkassenfarbe und gehört auch der Sparkassen-Stiftung Ostholstein. Den Opel Karl überreichten gestern Landrat Reinhard Sager als Vorstandsvorsitzender der Stiftung und ihr Geschäftsführer Jörg Schumacher dem Teilhabe-Verein um Horst Martin und Edda Ralph. Den Verein zur Förderung der Teilhabe in Ostholstein gründeten die beiden im November 2017. Ab Oktober dieses Jahres wird der Verein Menschen mit Beeinträchtigung oder drohender Beeinträchtigung unabhängig und kostenlos beraten, ergänzend zur professionellen Beratung des Kreises. Grundlage für die unabhängige Beratung ist das 2016 erlassene Bundes-Teilhabe-Gesetz.

„Damit wir den Menschen niedrigschwellige Beratung an möglichst vielen Orten in Ostholstein anbieten können, müssen wir mobil sein“, erklärte Horst Martin die Übergabe des Fahrzeugs am Kreishaus in Eutin. Der Vorsitzende des Vereins betonte, dass dem deutschen Gesetzgeber viel an der selbstständigen Teilhabe der Menschen bei Bildung, Arbeit, Wohnen und Freizeit liege. Aus diesem Grund fördere der Bund eine unabhängige Beratung und Unterstützung der Menschen auf Augenhöhe.

Landrat Sager freute sich über die mobile Lösung. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung erklärte, dass der Wagen dem Verein für ein Jahr zur Verfügung stehe. Auch die Kosten trage die Stiftung. „Im Flächenkreis geht es ohne eine Mobilitätslösung nicht“, sagte Sager und stellte dem Verein bereits die Möglichkeit in Aussicht, die längere Nutzung zu beantragen. Sager wies daraufhin, dass die öffentlich-rechtliche Sparkasse mit ihrer Stiftung besonders Soziales und Gemeinnütziges fördern wolle und nicht, wie private Banken es täten, einen einzelnen Sportler in den USA sponsere.

Im Anschluss an die Reden nahm die zukünftige Teilhabe-Beraterin Martina Scheel den Autoschlüssel von Sager und Schumacher entgegen. Die Oldenburger Behindertenbeauftragte ist die erste Mitarbeiterin des Vereins. Sie wird ab Oktober Menschen vor der Stellung von Anträgen informierend helfen und während der Antragstellung begleiten. Dafür erhielt sie auch einen Laptop.

Schumacher betonte die Unabhängigkeit des Vereins, der weder ein Verband noch ein Privatunternehmen sei. Ralph wies auf das Stimmrecht der Vereinsmitglieder hin, das nur normale Mitglieder ausüben könnten. „Die Förderer haben keine Stimme“, sagte sie. Zu den Förderern, es seien bereits sechs, zählten der Kreis Ostholstein und ein Freizeitpark.

Vor einem Jahr merkte der Beirat für Menschen mit Behinderung, dass sich kein Verband bei dem Bundesprojekt für die Teilhabe-Beratung im Kreis beworben hatte, wie Ralph berichtete. „Da sind wir aktiv geworden. Ansonsten gebe es heute keine unabhängige Teilhabe-Beratung in Ostholstein.“

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