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Groß Meinsdorf (Gemeinde Süsel) : Neuer Träger für Kita „Kunterbunt“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Dr Arbeiter-Samariterbund wird die Einrichtung am 1. August dieses Jahres von einem Elternträgerverein übernehmen.

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erstellt am 27.Feb.2016 | 04:00 Uhr

Einem Trägerwechsel für die Groß Meinsdorfer „Kinderspielstube Kunterbunt“ steht offensichtlich nichts mehr im Weg: Der Sozialausschuss der Gemeinde Süsel hat Donnerstagabend einstimmig beschlossen, dass der Arbeiter-Samariterbund (ASB) am 1. August die Regie und Verantwortung für die Kindertagesstätte übernimmt.

Damit wird ein Trägerverein aus der Verantwortung entlassen, dessen gut 60 Mitglieder fast ausnahmslos Eltern von Kita-Kindern sind. Der Verein hatte wegen der immens gewachsenen Arbeitsbelastung, die als Arbeitgeber für 12 Angestellte ehrenamtlich geleistet wurde, um diesen Schritt gebeten.

Die Gemeinde hatte den Verein ersucht, aus Gründen der gewünschten Vielfältigkeit einen Träger zu finden, der in der Gemeinde noch keine Kita unterhält. Damit waren Kirche und Kinderschutzbund keine Option.

„Auf den ASB wären wir von selbst vermutlich nicht gekommen,“, verriet Vorstandsmitglied Sonja Strube dem OHA, „er wurde uns vom Paritätischen Wohlfahrtsverband vorgeschlagen.“ Die Wahl ist offenbar gelungen, diesen Eindruck hinterließen die Äußerungen in der Ausschusssitzung im Rathaus.

Stephan Andersen, stellvertretender ASB-Landesgeschäftsführer, und Alexander Frädrich, Referent des Landesverbands für Kindertagesstätten, betonten eine offene und angenehme Gesprächsführung mit Vereinsvorstand und Personal. In dem Kindergarten werde eine gute pädagogische Arbeit geleistet, die ohne Änderungen fortgeführt werden sollte.

Die Trägerschaft durch den ASB bedeute unter anderem das Angebot von Fortbildung für die Angestellten und auch einen Erfahrungsaustausch unter den Kitas. Alexander Frädrich sagte am Rande der Sitzung: „Die anderen neun Kitas sind schon neugierig, was sich hinter einer Kneipp-Kita verbirgt.“ Kunterbunt ist im Juni vergangenen Jahres als erste Kita in Ostholstein vom Kneipp-Bund als offizielle Kneipp-Kita zertifiziert worden.

Die Leiterin des Kindergartens, Regina Schröder, hat bei der Wahl des neuen Trägers ebenfalls ein gutes Gefühl, sagte sie dem OHA. Und Alexander Frädrich versichert den Gemeindevertretern eine auf Transparenz bedachte Zusammenarbeit auch bei den Finanzen: „Die anderen Gemeinden sind immer erstaunt, wie offen wir mit Zahlen umgehen, wir haben keine Lust auf irgendwelche Mauscheleien.“

Eine Antwort auf die Frage nach einem neuen Namen hatte er nicht: „Gute Frage.“ Dazu habe es noch keine Überlegungen gegeben, aber der Begriff „Kinderspielstube“ sei vermutlich für eine Kindertagesstätte nicht mehr passend.

Für den Gemeindehaushalt wird der Trägerwechsel nicht folgenlos bleiben. Unabhängig von 15  000 Euro mehr Personalkosten, die aus einem jüngst abgeschlossenen Tarifververtrag resultieren, gibt es zusätzliche Kosten von 11  000 Euro für Verwaltungsaufgaben, die bislang von Vereinsmitgliedern ehrenamtlich erledigt wurden. Allerdings sei der ASB auch bereit, eigene Mittel in Höhe von 9200 Euro für den Kita-Betrieb zur Verfügung zu stellen, sagte SPD-Sprecher Albrecht Dudy. Damit seien die Verwaltungskosten fast schon wieder ausgeglichen.

Zusätzliche Ausgaben drohten aber aus anderer Richtung, wie Jugend-Fachdienstleiter Klemens Nitsche mit Blick auf die Unterkunft der Kita – die ehemalige Schule – andeutete: Es werde teilweise ein neuer Zaun gebraucht, der vorhandene Staketenzaun zur Straße sei nicht mehr zulässig, und es gebe Reparaturbedarf bei den Fußböden. Der größte Investitionsposten warte allerdings in der Küche, die schon grenzwertig sei und in absehbarer Zeit erneuert werden müsse.

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