Neuer Stellplatz für Wohnmobile

Einen Wohnmobilhafen zur Kurzzeitübernachtung gibt es bereits am Naturcamping Spitzenort. Jetzt planen die Eigentümer einen richtigen Wohnmobilplatz.
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Einen Wohnmobilhafen zur Kurzzeitübernachtung gibt es bereits am Naturcamping Spitzenort. Jetzt planen die Eigentümer einen richtigen Wohnmobilplatz.

CDU-Fraktion hatte noch offene Fragen zum geplanten Einsatz der Elektrofähren auf dem Großen Plöner See

shz.de von
03. Juli 2018, 16:21 Uhr

Überraschend wurde sie dann doch im Plöner Hauptausschuss noch zum Streitthema: Die Geldfreigabe von 10 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie zum Betrieb einer Elektrofähre. Auslöser war der Einwurf von André Jagusch (CDU), der vor Streichung des Sperrvermerks im Haushalt zunächst inhaltliche Fragen geklärt haben wollte.

Bürgermeister Lars Winter zitierte aus einer E-Mail Jaguschs an die Verwaltung zur Frage, ob ein Monopolvertrag zwischen dem Land als Eigentümer des Großen Plöner Sees und der Seen-Fahrt bestehe. Auch wollte Jagusch Aspekte zur Sicherheit, zur Kalkulation von Gebühren sowie zu Fahrzeiten diskutieren und bestand darauf, zunächst diese Punkte zu erörtern.

„Es ist nicht glücklich, dass die finanzielle vor der fachlichen Diskussion liegt“, räumte Ausschussvorsitzender Ingo Buth (SPD) ein. „Die Fragen werden wir am Donnerstag klären“, verwies er auf den zuständigen Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten, Umwelt und Tourismus (GUT). Rein vom Verfahren her sei der GUT zuständig, es gebe eine klare Aufteilung. „Wenn der GUT Donnerstag anders entscheidet, dann ist das Thema vom Tisch.“

„Die Freigabe der Mittel eröffnet erst die Möglichkeit, dass sich der GUT überhaupt damit befasst“, stellte Winter klar. Bei einer zu späten Entscheidung sieht er die Frist für die Vergabe von Fördermitteln (80 Prozent) durch die Aktiv-Region in Gefahr. Es bestehe ein Monopolvertrag, so Winter, der sich bei beiden Seiten schon erkundigt hat: Das Land habe kein Problem damit, wenn Plön eine Elektrofähre betreibe. Die Plöner Seenfahrt ebenfalls nicht, solange man nicht gegen deren Fahrplan fahre.

Mit der Aufhebung des Sperrvermerks werde noch keine Legitimation erteilt. Das bedeute nur, dass die Mittel im Haushalt stehen, betonte Winter. Um die Diskussion zu befrieden, schlugen stellvertretender Vorsitzender Thorsten Roth (SPD) wie auch Bürgervorsteherin Mechthilde Gräfin von Waldersee vor, die Aufhebung des Sperrvermerks vorbehaltlich der Zustimmung durch den GUT zu empfehlen. So geschah es schließlich einstimmig.

In der Einwohnerfragestunde kritisierte Bürger Carsten Gampert (auch bürgerliches Mitglied der FWG-Fraktion) die Pläne. Er rate von der Elektrofähre ab. „Das Argument der Förderung von E-Mobilität ist ein Totschlagargument für alle Gegenargumente“, erklärte er mit Blick auf das Haushaltsdefizit der Stadt und auf die öffentlichen Gelder, mit denen sparsam umzugehen sei. „Der Tourismus ist nicht auf Fähren angewiesen, das Geld könnten wir touristisch wesentlich besser gebrauchen und lieber für die Verschönerung Plöns ausgeben.“

Der Umweltschutzbeauftragte Achim Kuhnt nannte in seiner Eigenschaft als Einwohner hingegen die Pläne eine große Bereicherung für Touristen. „Was haben die Touristen von der Kurabgabe?“, verwies Kuhnt auf die durch die E-Fähre steigende Attraktivität des Bereichs Campingplatz Spitzenort, dessen Eigentümer er ist, Jugendherberge und Koppelsberg. Diese Einrichtungen machten den Löwenanteil des Tourismus in Plön aus. Er plane mit seiner Frau Anja neben dem Campingplatz einen Wohnmobilstellplatz wie in Eutin. Für Wohnmobilisten, die in der Regel kein Auto dabei hätten, sei die Fähre eine wunderbare Möglichkeit, nach Plön zu schippern. Die Bauvoranfrage sei positiv beschieden, der Bauantrag werde jetzt gestellt, erzählten Anja und Achim Kuhnt nach der Sitzung. Sie haben das ein Hektar große Nachbargelände, früher Schilderfabrik, später die Firma Dr. Schröder Kosmetik, gekauft und rechnen in zwei bis drei Jahren mit der Eröffnung.

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