Malente : Neuer Steg im Kurpark kann gebaut werden

Nach einer überraschenden Wendung hat der Tourismusausschuss einstimmig seine Zustimmung für die Erneuerung der historischen Steganlage im Kurpark gegeben.

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13. Juni 2012, 12:25 Uhr

Malente | Vorausgegangen war ein Gespräch zwischen zwei Behindertenvertretern von Kreis und Land mit Bürgermeister Michael Koch und den beiden Vereinen, die den Steg-Bau finanzieren wollen.

"Heute morgen ist es gelungen, den Knoten durchzuschlagen", berichtete Koch von dem Gespräch. Bislang drohte des Projekt am Widerstand der Behindertenvertreter zu scheitern (wir berichteten). Denn die Vereine wollten teilweise auf ein Geländer verzichten, weil sie den Bau anders nicht finanzieren könnten. Über ein Jahr lang versuchten Julia Freese, Vorsitzende der Kurpark-Freunde, und Hans-Jürgen Erichsen, Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins, die Behindertenvertreter von dieser Lösung zu überzeugen. Vergeblich. Sie bestanden auf einer DIN-gerechten Lösung, auch wenn diese nach Auffassung der Gemeinde baurechtlich nicht erforderlich wäre.
Persönliches Treffen vor Ort brachte die Wende

Erst ein persönliches Treffen vor Ort brachte die Wende. Dabei sei dem Vertreter des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen klar geworden, dass für Gehbehinderte nicht das fehlende Geländer das Problem sei, sondern überhaupt in den Kurpark zu kommen, berichtete Julia Freese. Daher erklärte sich die Gemeinde bereit, zu prüfen, ob nicht ein Parkplatz an der Rosenstraße geschaffen werden könnte, von dem aus der Kurpark ohne Barrieren zu erreichen ist. Dabei habe er aber darauf hingewiesen, dass ein solches Vorhaben aus planerischen Gründen frühestens in zwei Jahren verwirklicht werden könnte und auch die finanziellen Mittel bereitstehen müssten, erklärte Koch. Geländer werde die Steganlage nun direkt an der Schwentine und an den Wasserkreisen erhalten, sagte Julia Freese. Der Steg solle so gebaut werden, dass ein Geländer überall nachgerüstet werden könne.

Die Vereine wollen für die rund 160.000 Euro teure Steganlage je zur Hälfte 72.000 Euro bereitstellen, der Rest soll über die Aktiv-Region Schwentine - Holsteinische Schweiz finanziert werden. Bauherr ist aus formalen Gründen die Gemeinde, die selbst keinen Cent zahlen muss. Das Projekt soll nun zügig angeschoben werden, erklärte Erichsen. Aus naturschutzrechtlichen Gründen sei ein Baubeginn aber erst im Herbst möglich. Daher rechnet er mit einer Fertigstellung frühestens im Frühjahr nächsten Jahres, wenn das Wetter mitspielt.

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