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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 10:32 Uhr

Neuer Käufer für die Wilhelmshöhe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Seniorenanlage veräußert / Gericht: Erster Käufer wollte kassieren ohne zu zahlen

von
erstellt am 13.Mär.2015 | 12:06 Uhr

Die Seniorenwohnanlage Wilhelmshöhe kommt nach einem Jahr voller Wirren in neue Hände: Nach Informationen unserer Zeitung hat ein Hamburger Immobilienmakler die insgesamt 260 Wohneinheiten auf dem neun Hektar großen Gelände bei Fissau erworben. Mit der Vorstellung seiner Pläne wird gerechnet, sobald das neue Eigentumsrecht im Grundbuch verankert ist.

Eine Voraussetzung dafür, die Zahlung des Kaufpreises, soll zum 1. März vertragsgemäß erfüllt worden sein. Dieser Verpflichtung war der vorherige Wilhelmshöhe-Käufer, der mittlerweile postalisch in England ansässige Unternehmer Carsten Maßmann aus Oldenburg, nicht nachgekommen. Die langjährige Eigentümerfamilie Ohlmann hatte ihm zum November 2013 die Nutzung der Anlage übertragen, wartete dann aber vergebens auf die ungewöhnlicherweise erst zum 15. März 2014 vereinbarte Zahlung des Kaufpreises von 4,5 Millionen Euro.

Daraus entwickelte sich ein mit Betrugsvorwürfen gespickter Streit beider Parteien um Ansprüche und Versäumnisse. Auf Antrag einer Gläubigerbank wurde im Juli 2014 der Immobilienexperte Peter Woidt (Oldenburg) als Zwangsverwalter für die Anlage eingesetzt. Nach seinen Angaben sind derzeit 110 Wohnungen für Beamte ans Land vermietet, rund 70 stehen leer; bei lange überfälligen Investitionen in Millionenhöhe hält Woidt einen wirtschaftlichen Betrieb der Seniorenanlage für möglich.

Leidtragende des bisherigen Hickhacks sind etliche der noch rund 80 zumeist hochbetagten Mieter: Neben der Ungewissheit, ob die ihnen zugesagten Service-Leistungen wie Restaurant, Pflegedienst und Hausreinigung zuverlässig erhalten bleiben, bekamen einige es mit Mietnachforderungen des Alteigentümers zu tun. Die strittigen Monatsbeträge hatten die Betroffenen an die sich seit Mai 2014 als zuständig ausgebende Servicegesellschaft der Maßmann-Partei überwiesen – gutgläubig, aber zu Unrecht, wie das Amtsgericht Eutin jüngst urteilte. Schon der Kaufvertrag sei mit dem Vorsatz geschlossen worden, ohne eigene Mittel auf Wilhelmshöhe Kasse zu machen, so die Richterin. Der Maßmann-Kauf ist mithin nichtig – die Chance für einen weiteren Neuanfang auf Wilhelmshöhe.

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