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Personeller Wechsel : Neuer Chef für 7500 Polizeibeamte

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Festakt in Eutin zum Amtswechsel an der Polizeispitze. Ralf Höhs wird neuer Landespolizeidirektor. Innenminister Andreas Breitner betont: „Die Landespolizei liegt weiterhin in guten und erfahrenen Händen.“

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erstellt am 18.Dez.2013 | 20:15 Uhr

So viel Geduld aufzubringen hätte das sonntäglichen Fernsehpublikum wohl zum Rasen gebracht: Da das Defilee von mehr als 200 Gratulanten viel mehr Zeit als geplant kostete, ließ die Polizei Big Band erst mit halbstüdniger Verspätung gestern die „Tatort“-Melodie im voll besetzten Casino auf Hubertushöh ertönen – der fetzige Auftakt zum feierlichen Wechsel an der Spitze der Landespolizei.

In deren Reihen weiß aber jeder Beamte, dass er warten können muss, auf Digitalfunk wie auf Beförderungen. Ganz ruhig oben angekommen auf der Karriereleiter ist jetzt Ralf Höhs: Der Leitende Kriminaldirektor wurde gestern in Eutin offiziell als neuer Landespolizeidirektor vorgestellt.

Der bisherige Leiter der Abteilung Organisierte Kriminalität, Korruption, Bandenkriminalität und Zentrale Auswertung im Landeskriminalamt und stellvertretende LKA-Direktor übernimmt mit Beginn des neuen Jahres von Burkhard Hamm das Amt des Landespolizeidirektors. Hamm, der im Juni 2007 zum ranghöchsten Polizeibeamten des Landes ernannt wurde, scheidet mit dem Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze von 60 Jahren aus dem Polizeidienst des Landes aus. Am frohesten darüber ist Ehefrau Birgit: „Die sieben langen Jahre sind endlich vorbei.“ Das Eutiner Ehepaar hat für die nächsten Monate schon viele Pläne geschmiedet; Reisen, Saxophon spielen, Zeit für die Familie haben, nannte Hamm als seine wichtigsten Vorhaben im Ruhestand.

Innenminister Andreas Breitner verpasste dem Chefwechsel an der Spitze des Landespolizeiamts auch eine heitere Note. „Ich bin froh über jeden Zeitzeugen, den ich verabschieden darf“, erinnerte sich der ehemalige Polizist an seine Ausbildung, in der Burkhard Hamm eine wichtige Rolle gespielt habe. Er würdigte den bisherigen Landespolizeidirektor als fachlich breit versierte, auf die Zusammenarbeit aller haupt- und ehrenamtlichen Sicherheitskräfte drängende Führungskraft. Hamm habe auch die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Mittelpunkt gerückt.

Bei Ralf Höhs liege die Landespolizei „weiterhin in guten und erfahrenen Händen“, sagte Breitner. Höhs habe im Polizeidienst stets neue Herausforderungen gesucht. Mit der Übernahme der neuen Tätigkeit sei ein hohes Maß an Urteilskraft, Augenmaß und großer Sachkenntnis verbunden, - drei Eigenschaften, über die Höhs verfüge und die er angesichts der notwendigen Veränderungen auch brauche , so Breitner.

Dass er sich als Chef aller Polizisten im Landes verstehen will, unterstrich der Kriminalbeamte mit seinem erstmaligen Auftritt in blauer Dienstuniform. Er werde auch an sein neues Amt „aufgabenorientiert und planvoll“ herangehen. An den Schwerpunkten für die Polizei in der Bekämpfung von Rockerkriminaliät und Wohnungseinbrüchen sowie in der Prävention von Unfällen mit Radfahrern werde er nicht rütteln, ebenso wenig an der Nulltoleranz bei Gewalt von Rechtsextremen und tätlichen Angriffen auf Polizeibeamte. Intensiviert werden müsse der Kampf gegen Internet-Kriminalität, Unentbehrlich sei für die Polizeiarbeit eine „funktionssichere Informationstechnologie“.

 

 

 

 

 


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