Neuer Chef bei der Polizei

Detlef Stüber verabschiedet sich bei Zentralstation Eutin in den Ruhestand / Michael Martins ist Nachfolger

Avatar_shz von
30. August 2011, 07:07 Uhr

eutin | "Es ist schon ein toller Job", stellt Detlef Stüber zum Ende seiner Dienstlaufbahn fest und meint dabei die Leitung der Polizei-Zentralstation Eutin. Die gibt er - wie bereits berichtet - morgen an Polizeihauptkommissar Michael Martins ab. Genau 40 Monate lang war der Erste Polizeihauptkommissar Stüber der direkte Vorgesetzte für 40 Beamte in Eutin und den Stationen in Malente, Süsel und Hutzfeld. Vorgestern vollendete Stüber sein 60. Lebensjahr, er darf deshalb übermorgen in den Ruhestand gehen.

Hinter ihm liegen 41 Dienstjahre, von denen er den größten Teil in Eutin absolviert hat - auf Hubertushöhe. 1970 hatte dort der gebürtige Lübecker seine Polizeiausbildung begonnen, nach Stationen in Lübeck und an der Ostsee sowie als Personenschützer für den damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Stoltenberg 1975 war er in verschiedenen Funktionen auf der Hubertushöhe tätig. Zuletzt leitete er drei Jahre lang die 1. Einsatzhundertschaft. Vier Jahre Bezirksrevier Lübeck und gut drei Jahre Polizei-Zentralstation Eutin waren die letzten beiden Funktionen.

Er habe das gute Betriebsklima in Eutin genossen, sagt Stüber, und auch die Nähe zur Bevölkerung. Über die Jahrzehnte hinweg nennt der Wahl-Eutiner große Einsätze mit der Hundertschaft als nachhaltige Erinnerungen, vor allem 1992 die massiven ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen. "Da haben wir brutalste Gewalt erlebt, es wurden Gehwegplatten zertrümmert, und die Teile flogen aus allen Richtungen auf uns", erinnert sich Stüber. Bemerkenswert findet er auch die Entwicklung auf dem Sektor der vermeintlichen Fußballfans: "Da begegnet man Hooligans mit blankem Hass in den Augen."

Die Dienstzeit in Eutin hielt dagegen andere Herausforderungen bereit: "Die Kollegen haben gesagt, seitdem ich da bin, gibt es wieder Demonstrationen in Eutin." Kundgebungen gegen die Abschiebung einer Flüchtlingsfamilie oder gegen Kürzungen im Sozialbereich, aber auch regelmäßige Aktionen gegen Atomkraft auf dem Markt waren im Sinne des grundgesetzlich verbrieften Demonstrationsrechtes abzusichern.

Im Ruhestand warten auf Detlef Stüber die Aufgaben eines Großvaters, und er kann sich ein ehrenamtliches Engagement im Naturschutz und besonders für den Eisvogel vorstellen. Mit Sicherheit bleibt Zeit für den Besuch von Rockkonzerten.

Michael Martins (46) muss, wenn er morgens sein Heim in Schellhorn verlässt, die entgegengesetzte Richtung einschlagen: Die vergangenen sechs Jahre war der gebürtige Plöner in der Polizeiabteilung des Innenministeriums und dort Sachbearbeiter für Einsatztaktik und Ausstattung. Martins hatte Radio- und Fernsehtechniker gelernt, bevor er 1987 mit 22 Jahren zur Polizei ging. Nach seiner Ausbildung, bei der er 1989 ein Praktikum in Eutin absolvierte, war er Gruppenführer auf Hubertushöhe, zu seinen Vorgesetzten zählten damals Martin Vollertsen und Detlef Stüber.

Martins stieg 1997 in den gehobenen Dienst auf, war in Plön und in Preetz eingesetzt, bevor er 2006 ins Ministerium wechselte. Der verheiratete Vater von zwei Kindern bewarb sich nach Eutin, weil er die Stadt und ihr Umfeld sehr schön finde und der Weg von zu Hause nicht zu weit sei.

Wie viele Bewerber es für die Stelle in Eutin gegeben hatte, konnte der Leitende Polizeidirektor Heiko Hüttmann, Chef der zuständigen Polizeidirektion Lübeck, gestern beim Pressetermin nicht sagen, weil das Verfahren in Kiel abgewickelt worden sei. Es habe auf jeden Fall eine große Bewerberzahl gegeben: "Solche Stellen im gehobenen Dienst sind sehr begehrt."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen