Plön : Neuer Besitzer – neue Chance?

Der Ökonom und Pragmatiker Dr. Carsten Rahlf will bei Tramm ein hochwertiges Wohngebiet erschließen.
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Der Ökonom und Pragmatiker Dr. Carsten Rahlf will bei Tramm ein hochwertiges Wohngebiet erschließen.

Investor Dr. Carsten Rahlf hat Flächen des Wohngebietes Trammer See Plön/Rathjensdorf an Timm von Bargen verkauft

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19. Dezember 2018, 11:49 Uhr

Plön | Die Flächen des Wohngebietes Trammer See Plön/ Rathjensdorf haben einen neuen Besitzer. Die Gesellschaft von Investor Dr. Carsten Rahlf hat das Gelände auf Gebiet der Stadt Plön und der Gemeinde Rathjensdorf, auf dem ein Baugebiet entstehen soll, an Timm von Bargen (ehemals Barnstedt) verkauft. Hinter Rahlf liegen sechs Jahre Planungszeit.

Das bestätigte Dr. Carsten Rahlf gestern dem OHA. Das Kuriose: Als Timm Barnstedt war Timm von Bargen schon einmal intensiv mit dem Baugebiet befasst. Heute wohnt er auf Gut Tramm. Seine Frau zählte zu den Initiatoren einer Bürgerinitiative, die sich gegen eine Bebauung des Geländes ausgesprochen hatte.

Doch Dr. Carsten Rahlf ist weiterhin von dem Projekt überzeugt und nach OHA-Informationen über die Fortführung und die weitere Gestaltung des Vorhabens mit von Bargen in Verbindung. Ein sechsjähriger alleiniger Planungsprozess könne auch „blind“ machen zum Beispiel potentielle Verluste zu begrenzen.

„Ich habe über Jahre versucht, hier integrativ, mit Gutachten, vielen Gesprächen und auf Sonderwünsche einzelner Parteien auf die komplexe Ausgangssituation einzugehen“, blickte Rahlf im OHA-Gespräch zurück. Dazu zählten unter anderem die Erhöhung der für das Projekt erforderlichen Wasserstände aber auch im Laufe der Jahre deutlich gestiegene Erschließungskosten. Auch seien die Anforderungen der Landesplanung unter der Unteren Naturschutzbehörde nicht geringer geworden.

Es existiert, so Rahlf, ein städtebaulicher Vertrag, der von einer Bebauung von maximal 120 Wohneinheiten auf etwa 7 Hektar Nettobaulandfläche ausgeht. Der aktuelle Entwurfsstatus geht allerdings nur noch von etwa 4,2 Hektar aus; also 40 Prozent weniger.

Die im Stadtentwicklungsausschuss durchgesetzte Begrenzung des Wohngebietes verteuerte das Projekt. Das geben auch eine Machbarkeits- und Aufwandsstudie wieder. Rahlf: „Das Projekt ist deshalb aktuell höchst defizitär.“ Aber auch die Androhung rechtlicher Schritt durch die Nachbarn erleichterten nicht gerade die Arbeit. Dr. Carsten Rahlf fürchtet, dass ein Rechtsstreit bis zum Äußersten gehen würde, um das Baugebiet zu verhindern. Eine Vermarktung der Flächen könne aber nur bei Rechtsgültigkeit des B-Planes erfolgen.

Ein wenig Enttäuschung über die Politik und die Stadt Plön klingt in Rahlfs Worten. Die Stadt Plön hätte von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen können, aber warum hat sie es nicht getan? Schließlich seien auch die Banken durch ihre Finanzierung von dem Projekt überzeugt. Rahlf hat nach seinen eigenen Worten Bürgermeister Lars Winter erst vor ein paar Tagen geschrieben und Terminvorschläge für weitere Gespräche gemacht.

Der aktuelle Entwurf, so Dr. Carsten Rahlf, sei bei voller Kostentragung von Infrastruktur und Erschließung weit unwirtschaftlich. Für das weitere Projektmanagement wollte rahlf ein Budget von 50 000 Euro vorbehaltlich der Abstimmung der Inhalte und der Wirtschaftlichkeit bereitstellen und ein Projektmanagement einrichten. Erforderlich sei dafür aber auch eine umfassende Erweiterung des Planungsgebietes sowie eine Kostenbeteiligung an der weiteren Umplanung. Die sah Rahlf offenbar nicht.

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