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Neuer „Bergesack“ verhindert die Ausbreitung von Krebszellen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 11.Nov.2015 | 12:20 Uhr

Die Preetzer Frauenklinik ist eines von wenigen Krankenhäusern bundesweit, die eine neue Operationsmethode anwendet. Sie soll verhindern, dass sich Krebszellen weiter ausbreiten. Für die Gynäkologen bestand bisher das Problem, bei minimal invasiven Operationen (sogenannte Schlüssellochchirurgie) eine Streuung von Krebszellen im Bauchraum zu verhindern.

Durch die Zerkleinerung eines bösartigen Tumors im Bauchraum wurde der Verbreitung der Geschwulst Vorschub geleistet, z.B. im Rahmen einer Gebärmutterentfernung mit Erhalt des Gebärmutterhalses. Aus diesem Grund wurde bisher bei unklaren Befunden per Bauchschnitt ohne Zerkleinerung der Gebärmutter operiert. Mithilfe eines kleinen Bergesacks wird die Patientin jetzt vor dem Risiko der Krebszellenstreuung geschützt. Nach den Universitätskliniken in Tübingen und Frankfurt hatte die Preetzer Klinik das Privileg, die weltweite Neuentwicklung einzusetzen.

„Bisher musste man einen Bauchschnitt machen, um eine Gebärmutter oder Knoten zu entfernen, wenn die Schnitte im Rahmen einer Bauchspiegelung zu klein waren und man die Streuung von Krebszellen vermeiden wollte“, erklären Chefarzt Dr. Achim Niesel und Oberärztin Dr. Sünje Keden. Mit dem neuen System könne das Gewebe im Bauchraum in einem zelldichten Beutel zerkleinert und dann über die kleinen Schnitte entnommen werden. Eventuell vorhandene Krebszellen können sich nicht im Körper ausbreiten.

„Die Preetzer Frauenklinik arbeitet schon seit langem mit der österreichischen Firma AMI zusammen. Daher wusste man dort um unser großes Interesse an dieser innovativen Technik“, erklären die beiden Mediziner. Künftig könne in Preetz also auch bei unklaren Befunden minimal invasiv, also mit kleinen Schnitten, operiert werden.

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