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Zwangsversteigerung in Plön : Neue Zukunft für „Lübsches Tor“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das 1,81 Millionen Euro wertvolle Gebäude wurde gestern von Carsten Nemitz und Mark Meyer für nur noch 165 000 Euro ersteigert

Das ehemalige Einkaufszentrum „Lübsches Tor“ in Plön steht vor einer neuen Zukunft. Der 51-jährige Unternehmer Carsten Nemitz und der 26-jährige Makler Mark Meyer aus Plön haben den Komplex mit einem Wert von 1,81 Millionen Euro gestern für nur 165 000 Euro ersteigert. Es war der fünfte Anlauf der Zwangsversteigerung bei der alle Wertgrenzen fielen.

Nemitz, nach zwei Schlaganfällen wieder auf einem gutem Weg der Genesung, war braungebrannt, bestens gelaunt und lässig in Lederhose und Janker zum Termin gekommen. Er und Meyer sind optimistisch, dass sie am nächsten Montag endgültig den Zuschlag von Rechtspflegerin Anett Schwab erhalten. Die muss vorher noch mit den Gläubigern sprechen und selbst überlegen, denn es darf nicht den Anschein haben, dass das „Lübsche Tor“ verramscht werde. Schließlich liege der Zuschlag von 165 000 Euro unter der Zehn-Prozent-Grenze des aktuellen Verkehrswertes von 1,81 Millionen Euro.

„Als erstes werden wir den Namen ändern“, sagten Carsten Nemitz und Mark Meyer gestern noch im Gerichtssaal optimistisch vor Journalisten. Der Name sei sehr negativ belastet. Die beiden Geschäftsleute wollen gern wieder geschäftiges Leben in das Geschäftshaus bringen. Nemitz und Meyer übereinstimmend: „Plöns Innenstadt verkümmert. Wir wollen das Zentrum stärken und nicht die Flanken.“

Den Umbau des Gebäudes für Seniorenwohnungen schloss Carsten Nemitz aus. Er und Mark Meyer würden ab nächsten Montag nach der erwarteten Bekanntgabe des Zuschlags ihren gemeinsamen Denkprozess zur Zukunft des Gebäudes in Gang setzen. Denkbar wäre für sie auch ein Arrangement mit dem Jobcenter, das in Plön dringend neue Büroräume sucht und sich auch langfristig binden will.

Etwa 20 Interessierte waren gestern in den Saal C des Amtsgerichtes gekommen, um die Zwangsversteigerung im fünften Anlauf seit der Beschlagnahme des Gebäudes am 30. Januar 2008 zu verfolgen. Rechtspflegerin Anett Schwab gab bekannt, dass
die Stadt Plön Betreiber der Zwangsversteigerung ist, weil sie für Erschließung und Ausbau der Lübecker Straße noch knapp 95 000 Euro an Schulden offen hat. Darauf wollte sie am Ende auch nicht verzichten. Hinzu kommen die Kosten des Gerichtsverfahrens (33 300 Euro) und die Hausgelder von 2009 bis 2014 (32 000 Euro).

In der Bietzeit von 30 Minuten gaben Nemitz und Meyer zunächst ein Angebot von 130 000 Euro ab. Doch nach jeweils persönlichen Gesprächen der beiden Investoren mit dem offensichtlich nicht einlenkenden Vertreter der Stadt Plön erhöhten sie ihr Angebot kurz vor Bietschluss auf 165 000 Euro. Die Stadt signalisierte nach dem Zuschlag bereits Zustimmung, weil sie ihr offen stehendes Geld bekomme. Jetzt muss lediglich noch mit anderen Gläubigern gesprochen werden.

Übrigens: beim letzten Versteigerungstermin 2012 wollte ein Investor noch 450 000 Euro für das „Lübsche Tor“ geben. Ihm war allerdings der Zuschlag versagt worden. Bei dem Verfahren gestern waren alle Wertgrenzen gefallen.

 

 

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erstellt am 26.Aug.2014 | 04:30 Uhr

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