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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 00:14 Uhr

Neue Zimmer für mehr Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Im Asylbewerber-Heim in Lübbersdorf können künftig 58 Menschen untergebracht werden / Anbau kostete 210 000 Euro

von
erstellt am 12.Dez.2013 | 00:34 Uhr

Fünf Zimmer, zwei Sanitärräume und eine Gemeinschaftsküche. Der neue Anbau des Asylbewerber-Heimes in Lübbersdorf sieht aus wie eine Jugendherberge. Die Zimmer wirken hell, an der Wand hängen bunte Kalender, Bettwäsche und Schränke sind in knalligen Farben gehalten. Es gibt sogar Kinderbetten für Familien mit Kleinkindern. „Ich bin mir sicher, dass sich die Bewohner hier wohlfühlen werden“, sagt Landrat Reinhard Sager. Die Aspekte Respekt, Würde und Humanität würden in Lübbersdorf voll zur Anwendung kommen. 16 zusätzliche Unterkunftsplätze konnten durch den Anbau geschaffen werden. Zwei weitere durch Umbauten im bereits bestehenden Hauptgebäude.

„Die Asylbewerberzahlen steigen wieder sehr stark“, sagt Sager. Gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein habe man sich daher schon im vergangenen Jahr entschlossen, dass Gelände in Lübbersdorf auszubauen. Für den Kreis Ostholstein hielten sich die Baukosten weitestgehend im Rahmen. 70 Prozent der Gesamtinvestitionen in Höhe von 210 000 Euro übernahm das Land. „Die Unterbringung der Asylbewerber wird für uns zunehmend zur Herausforderung“, erklärt Stefan Schwabe vom Innenministerium. Häufig seien die Flüchtlinge nicht mit den hiesigen Gegebenheiten betraut, die zunehmende Zahl an minderjährigen Asylbewerbern sorge für zusätzliche Probleme. „Aus diesem Grund hat die Flüchtlingspolitik für uns auch einen so großen Stellenwert.“

In der Tat werden die Bagger auch in Lübbersdorf nicht lange still stehen. Der 1985 erbaute Holzbau neben dem Hauptgebäude wurde inzwischen abgerissen. „Er war stark sanierungsbedürftig und entsprach in keiner Weise mehr den energetischen Ansprüchen“, erklärt Sager. Nach dem Winter soll die nunmehr leerstehende Fläche neu bebaut werden. „Insgesamt verfügt die Gemeinschaftsunterkunft jetzt über 58 Plätze und kann damit wirtschaftlich betrieben werden.“ Ein ständiger Austausch der Bewohner ist durch das neue Unterbringungskonzept gewährleisten. Kein Flüchtling wird mehr länger als sechs Monate in Lübbersdorf wohnen, ehe er einer Gemeinde zugewiesen wird. Eine Maßnahme, welche die Belegungszahlen in der Unterkunft entlasten soll.

Das Asylbewerber-Heim in der Nähe der Stadt Oldenburg existiert seit 30 Jahren. Davor nutzte der Kreis die Räumlichkeiten als Jugendaufbauwerk.

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