Plön : Neue Verhältnisse auf Plöner See

Das Angeln auf dem Großen Plöner See war in den vergangenen Jahren immer sehr beliebt.
Das Angeln auf dem Großen Plöner See war in den vergangenen Jahren immer sehr beliebt.

Fischerei Reese hat den Bosauer Teil des Sees wieder an den LSFV abgegeben / Fischerei in Plön und Fischgeschäft bleiben erhalten

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08. April 2018, 04:00 Uhr

Die Karten auf dem Großen Plöner See sind seit Anfang April neu gemischt. Der Landessportfischerverband (LSFV) Schleswig-Holstein hat den rund 1000 Hektar großen Bosauer Teil von Schleswig-Holsteins größtem Binnensee rückwirkend ab 1. Januar 2018 für die nächsten zwölf Jahre wieder angepachtet. Nach OHA-Informationen soll dem bisherigen Pächter, der Fischerei Reese, bereits Mitte Dezember fristlos gekündigt worden sein.

Damit kehrt der LSFV wieder als Pächter des Bosauer Teils des Sees an sein Stammgewässer zurück. Bis die Fischerei Reese den See 2012 von den Eigentümern Enno Meier und Hans Jung-Böhmker pachtete, war der LSFV bereits zuvor Jahrzehnte Pächter des beliebten und damals noch sehr fischreichen Gewässers. Dazu gehören Teile des Sees in Bosau (825 Hektar), Nehmten (197 Hektar) und Godau (34 Hektar). Doch für den LSFV war das Gewässer damals nicht mehr kostendeckend zu bewirtschaften.

Dem OHA bestätigte Gunnar Reese gestern die neuen Verhältnisse. Es seien finanzielle Gründe, die zu einer vorzeitigen Auflösung des Vertrages beigetragen hätten. Der Ertrag des Großen Plöner Sees sei zunehmend schlechter geworden und der See sei nicht mehr wirtschaftlich zu führen. „Das Wasser ist durch weniger Nährstoffeinträge einfach zu sauber und bietet Kormoranen ein gutes Jagdrevier“, klagt Fischwirtschaftsmeister Reese. Er konzentriere sich jetzt auf den Bereich Stadtbucht, um die Prinzeninsel herum bis nach Ruhleben. Die Plöner Fischerei und das Geschäft blieben mit fünf Mitarbeitern in der Saison erhalten, die Gastronomie sei eingestellt. Es gebe Fisch zur eigenen Zubereitung und Fischbrötchen mit Getränken.

Wie LSFV-Geschäftsführer Robert Vollborn dazu auf OHA-Anfrage mitteilte, wird mit dem Pachtwechsel auch die Ausgabe von Erlaubnisscheinen für die Angler auf dem Großen Plöner See neu geregelt. Es gebe einen gemeinsamen Erlaubnisschein der Fischer Rüdiger Lasner und Gunnar Reese, der die Teile Bosau, Plöner Stadtbucht und Ascheberg umfasse. Er koste 200 Euro im Jahr. Auch nach den neuen Pachtverhältnissen gelte dieser Gesamtschein weiter. Vollborn: „Er ist bei Lasner und später auch beim LSFV erhältlich.“

Gunnar Reese gibt nach seinen eigenen Worten seit ein paar Tagen für 150 Euro einen eigenen Erlaubnisschein heraus, der ohne den Bosauer Teil nur für die Plöner Stadtbucht, mit Prinzeninsel und Ruhleben und den Kleinen Plöner See ausgeben werde. Einige erboste Angler, so Vollborn, hätten sich bereits beim LSFV gemeldet und beklagt, im Vertrauen auf das bisherige Pachtverhältnis Reeses auch für den Bosauer Teil diesen Schein gekauft zu haben. Es scheine schwer, dass die Angler dieses Versehen wieder rückgängig machen können.

Der Große Plöner See ist jetzt wieder dreigeteilt: jeweils 1000 Hektar bewirtschaften die Fischerei Lasner in Ascheberg, die Fischerei Reese in der Plöner Stadtbucht und der LSFV im Bereich Bosau. Der Bischoffsee wird von Sabine Schwarten aus Eutin bewirtschaftet. In den vergangenen Jahren hatte es von Anglern immer wieder an den von der Fischerei Reese angebotenen Angel-Guidings mit Gastanglern in Verbrennungsmotorbooten auf dem Großen Plöner See gegeben, während die Angler lediglich mit Ruderbooten auf dem See unterwegs sein durften.

„Das ist bisher vom Land stets toleriert worden“, sagte Gunnar Reese. Das Guiding und die dadurch verkauften Angelkarten seien aufgrund des schwindenden Fischbestandes zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. Gunnar Reese bewirtschaftet mit seinen 23 Mitarbeitern im Land jetzt noch 3500 Hektar Wasserfläche – darunter auch den Selenter See – und einen großen Angelpark in Sarlhusen.

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