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Amt Großer Plöner See : Neue Unruhe durch ein zweites Gutachten

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein privates Gutachten aus Grebin bringt Unruhe um den Wert des Gebäudes der Amtsverwaltung Großer Plöner See. Danach richtete sich die Höhe der Entschädigung für die Gemeinden Ascheberg und Bösdorf

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erstellt am 13.Sep.2013 | 04:15 Uhr

Hinter den Kulissen kommt seit einigen Tagen wieder Bewegung in die Vermögensauseinandersetzung beim Amt Großer Plöner See. Über den Wert des Amtsgebäudes gibt es ein Verkehrswertgutachten über 390 000 Euro. Ende August tauchte überraschend ein neues, privates Gutachten auf: es liegt allerdings mit nur noch 250 000 Euro 140 000 Euro unter dem Verkehrswertgutachten.

Ascheberg und Bösdorf werden Ende des Jahres das Amt verlassen und sich von der Stadt Plön verwalten lassen. Am Ende wollen sie so Verwaltungskosten in fünf- und sechsstelliger Höhe sparen. Die Protagonisten befassen sich schon seit Monaten unter Beteiligung der Kommunalaufsicht des Kreises mit der Vermögensauseinandersetzung. Dabei wird errechnet, wen und was die beiden Gemeinden mitnehmen müssen und wollen. So nehmen Ascheberg und Bösdorf anteilig und einvernehmlich geregelt Mitarbeiter mit zur Stadt Plön.

Doch im zweiten Schritt geht es um Geld. Und da hört bekanntlich die Freundschaft auf, wenn man davon überhaupt noch sprechen kann. In Gesprächen mit der moderierenden Kommunalaufsicht des Kreises Plön wurden am 11. Juni auch die Anteile Aschebergs und Bösdorfs am Gebäude der Amtsverwaltung besprochen. Das Gebäude sei nur eingeschränkt zu vermarkten, was die Vermietung der leerstehenden Büroräume oder sogar den Verkauf des Gebäudes anbelange, resümierte die Kommunalaufsicht schriftlich.

Zur Festsetzung der Kosten hatten das Amt und die beiden Gemeinden ein Verkehrswertgutachten in Auftrag gegeben. Das wurde am 24. April dieses Jahres von einem von der Industrie- und Handelskammer zu Kiel öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken ausgefertigt. Es umfasst 71 Seiten nebst 46 Anlagen. „Das Ergebnis ist von den Vertragspartnern anerkannte Grundlage der Vertragsverhandlungen“, sagte Björn Demmin, Sprecher des Kreises, auf OHA-Anfrage nach einem Anruf bei der Kommunalaufsicht.

Nach diesem vorliegenden Verkehrswertgutachten über 390 000 Euro als Wert der Amtsverwaltung sollten alle noch im Amt verbleibenden Gemeinden Ascheberg und Bösdorf mit 88 223,85 Euro Vermögensausgleich abfinden. Eine teure Tasse Tee, wie sich schnell herausstellte. Grebin soll zum Beispiel mit 17 668 Euro den Löwenanteil zahlen, Dersau liegt mit 16 901 Euro nur knapp dahinter (der OHA berichtete).

Doch mittlerweile hat sich das Blatt komplett gewendet. Es soll nach OHA-Informationen jetzt trotz prognostizierte schwerer Vermarkung einen Kaufinteressenten für die Amtsverwaltung geben. Das verbleibende Amt soll sogar die Möglichkeit haben, die Büroräume zurück zu mieten.

Für erheblich Unruhe sorgt jetzt ein Ende August privat veröffentlichtes Gutachten eines Architekten und ehemaligen Sachverständigen aus dem ausamtungs-kritischen Grebin, der den Wert des Amtsgebäudes allerdings auf nur noch 250 000 Euro taxiert. Gut für den Kaufinteressenten, schlecht für Ascheberg und Bösdorf, deren Anteile danach vermutlich um etwa ein Drittel schrumpfen könnten. Der Gutachter hatte sich nach OHA-Informationen selbst bewogen gefühlt, ein kostenloses Gutachten zu erstellen.

Mit der neuen Situation wird sich der Amtsausschuss des Amtes Großer Plöner See in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 24. September, ab 19 Uhr im „Grebiner Krug“ und zuvor die Gemeinde Bösdorf in ihrer Gemeindevertretung am Diesntag, 17. September befassen.


 

 


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