Eutin : Neue Seepark-Planung hat Naturschutz im Blick

Grablichter haben Unbekannte auf Baumstümpfe gestellt – Protestzeichen gegen die Abholzaktion im Seepark
Grablichter haben Unbekannte auf Baumstümpfe gestellt – Protestzeichen gegen die Abholzaktion im Seepark

Der Eutiner Bauamtsleiter Bernd Rubelt hält die Kritik der Naturschutzverbände für fachlich unbegründet

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23. Januar 2015, 12:30 Uhr

Die massive Kritik von Naturschutzverbänden an der Umgestaltung des Seeparks in Eutin ist gestern von der Stadt als sachlich unangemessen zurückgewiesen worden. Bauamtsleiter Bernd Rubelt betonte, dass sehr wohl die Belange des Naturschutzes berücksichtigt würden: „Wir wissen doch um die Dinge. Deshalb ist ja die ursprüngliche Planung für den neuen Seepark von uns fundamental zugunsten des Naturschutzes geändert worden.“

Als Beispiel für die am Naturschutz orientierte Umplanung nannte Rubelt die Verlegung des Aktionsstrandes vom südlichen Bereich des Parks an der Stadtbucht auf die Nordseite an der Fissauer Bucht. Damit bleibe der Erlenbruch als FFH-Gebiet unberührt erhalten. „Und auch die Kleine Waldohreule wird ihr Zuhause in dem Park nicht verlieren“, versicherte er.

Insgesamt sei weniger als als die Hälfte der Parkfläche von den geplanten Veränderungen betroffen. Bei den Protesten gegen das bis Ende Januar geplante Abholzen von 255 Bäumen müsse sachlich in Rechnung gestellt werden, dass über die Hälfte ohnehin durch Krankheit abgängig gewesen wäre und die anderen zumeist auch bald aus Altersgründen umgefallen wären. Als Ersatz würden 33 Bäume gezielt neu gepflanzt.

Der Grundgedanke bei der Neugestaltung sei eine klare Gliederung der Räume, in denen die Natur ihre Ruhe habe, von den Bereichen, in denen eine Freizeitnutzung gewollt sei. Nicht alles, was jetzt im Park mit Wildwuchs und willkürlichem Umherstreifen der Besucher gang und gäbe sei, diene nämlich der Natur.

Rubelt: „Der Seepark ist ein vor 80 Jahren aufgeschütteter, von Menschenhand gemachter Ort zum Erleben von Natur. In den letzten Jahren lag der Park zunehmend im Dornröschenschlaf. Wir wollen dies mit einer bewussten Umgestaltung ändern und Impulse für Freizeit und Tourismus geben. Ziel ist ein Natur- und Freizeit-Stadtpark für alle Generationen, für Eutiner und Gäste, mit freien Flächen zum Spielen, mit ruhigen Bereichen zum Erholen, mit ungestörten Ufer- und Schilfzonen.“

Aufgrund dieser Zielsetzung und der Berücksichtigung der Natur-Belange halte er die Kritik der Eutiner Nabu-Gruppe und auch der BUND-Kreisgruppe an der Seepark-Planung für verfehlt. Wenn der Nabu-Ortsvorsitzende Oscar Klose damit zudem den Verzicht auf eine Teilnahme seiner Organisation an den Präsentationen bei der Landesgartenschau begründe, dann wundere ihn das doch sehr, so Rubelt: „Unsere Einladung, sich an der Landesgartenschau zu beteiligen, hat der Nabu-Vorsitzende gleich wegen Personalmangels abgelehnt. Nun wird wohl ein anderer Grund nachgeschoben.“

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