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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 04:46 Uhr

Neue Runde ums Haus des Gastes

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

SPD beantragt Diskussion über kurz- und mittelfristige Nutzungsmöglichkeiten / Option auf Hotel-Standort soll gewahrt werden

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2015 | 13:16 Uhr

Die SPD-Fraktion will, wie ihr Vorsitzender Hans-Georg Westphal gestern Abend sagte, „Bewegung in die verhärteten Fronten ums Haus des Gastes“ bringen. „Am Bürgerentscheid lässt sich nichts deuteln. Die Politik muss Farbe bekennen“, betonte der SPD-Politiker.

Dazu stellt die SPD einen Antrag, der im Mai in den städtischen Gremien beraten werden soll. Sein Inhalt: Kurzfristig sollen von der Verwaltung denkbare Nutzungen des Gebäudes zur Landesgartenschau ermittelt und mit einfachem Aufwand auch ermöglicht werden. Die entsprechenden finanziellen Mittel sollen in einem Nachtragshaushalt bereit gestellt werden.

Westphal: „Da das Haus des Gastes während der Landesgartenschau steht, sollte man es nicht verstecken, sondern im Rahmen der vorhanden Möglichkeiten nutzen.“ Denkbar sei die Einrichtung dort eines Call-Centers oder der Ticketzentrale für die LGS GmbH. Hingegen werde an eine gastronomische Nutzung nicht mehr gedacht. Diese Möglichkeit war bereits im Vorjahr durch ein Gutachten als unpraktikabel ausgeschlossen worden; in der Betreiber-Ausschreibung war dieser Standort dann nicht mehr für die LGS-Gastronomie vorgesehen.

Nach dem Willen der SPD soll für die Zeit nach der Gartenschau ein weitergehendes Nutzungskonzept erarbeitet werden, inklusive einer Entgeltordnung für Veranstaltungen in der städtischen Liegenschaft. Westphal: „Ob ein tatsächlicher Bedarf dann für das Haus des Gastes besteht, muss erkundet werden. Dazu ist ein detailliertes Nutzungs- und Finanzierungskonzept erforderlich.“

Der SPD-Antrag greift aber auch die im September 2013 einmütig beschlossene Ausweisung des Standortes für ein Hotel auf: „Die Nutzung des Haus des Gastes soll solange erfolgen, bis konkret ein Investor für ein Hotel oder eine öffentliche Nutzung gefunden wird.“ Daher soll die Verwaltung auch beauftragt werden, weiterhin nach einem Hotel-Investor zu suchen und dabei auch ein benachbartes Wohngrundstück mit einzubeziehen.

Westphal: „Ein Abriss kommt für die SPD-Fraktion allerdings erst dann in Frage, wenn ein Hotelneubau konkret bevorsteht. Vor diesem Hintergrund lehnt die SPD eine aufwändige Sanierung ab.“ Nein sagt die SPD weiterhin zum privaten Wohnungsbau an dem Standort.

Das Haus des Gastes war am Montagabend auch Thema einer Gesprächsrunde im Rathaus. Daran nahmen neben den Vertretern der Fraktionen von CDU, SPD, Grünen, FDP und FWE Mitglieder der Bürgerinitiative sowie Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz teil. Der Verwaltungschef ließ danach offiziell erklären: „Die Anwesenden vertraten die Meinung, dass es in 2015 und 2016 aufgrund der Baustellensituation und der LGS-Veranstaltung keine öffentliche Nutzung für das Gebäude am Großen Eutiner See geben wird. Man wolle jedoch weiter in Gesprächen bleiben, auch mit potentiellen Investoren. Eine Nutzung nach der Landesgartenschau sei genauso in der Diskussion, wie die Nutzung als Hotelstandort, die nach wie vor Priorität hat.“

Eckhard Ahrens, Sprecher der Bürgerinitiative zum Erhalt des 45 Jahre alten Gebäudes, äußerte sich gestern enttäuscht über das Gespräch: „Die Beton-Haltung bei der Mehrheit der Fraktionen ist geblieben, das ist absolut unbefriedigend angesichts des klaren Bürgerwillens.“ Dabei habe er noch einmal an die Politiker appelliert, „konstruktiv“ mit den Vorschlägen umzugehen, die für eine Gastronomie-Nutzung bei der Landesgartenschau sprächen. Maßnahmen dazu habe auch Kay Cornils, der als Privatmann dafür beträchtlich viel Geld beisteuern wolle, „ohne eigene wirtschaftliche Interessen zu verfolgen“, den Fraktionen schriftlich unterbreitet.

Ahrens zeigte sich aber offen dafür, dass die Stadt weiter nach einem Hotel-Investor suchen wolle. Das Haus des Gastes dürfe aber erst dann abgerissen werden, wenn die Baugenehmigung fürs Hotel ausgestellt sei. Bis dahin gelte: „Es darf keinen Abriss auf Verdacht geben.“

Für die nächsten zwei Jahre ist diese Möglichkeit aufgrund des Bürgerentscheides ausgeschlossen. Auch der durchfeuchtete Anbau aus den 80er Jahren beim Haus des Gastes, dessen Raumluft derzeit im Auftrag der Stadt auf gesundheitsschädigende Schimmelsporen untersucht wird, muss bindend bis Anfang 2017 stehen bleiben, da auch über ihn nach dem Willen der Initiatoren beim Bürgerentscheid mit abgestimmt worden ist. Ahrens: „Heute hätten wir die Frage nach dem Erhalt des Gebäudes wohl anders formuliert.“

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