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Drei Verfahren : Neue Rassismus-Vorwürfe gegen Eutiner Polizeischule

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Bereits im vergangenen Jahr machte die Polizeischule Negativschlagzeilen. Jetzt sieht sie sich neuen Anschuldigungen ausgesetzt – und auch auf der Vereidigungsfeier am Sonntag musste die Polizei eingreifen.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2017 | 17:20 Uhr

Eutin | Ausbilder der Polizeischule in Eutin stehen im Verdacht, Polizeianwärter mit rassistischen Sprüchen beleidigt zu haben. „Es gibt drei Verfahren, in denen auch Vorwürfe rassistischen Handelns oder solcher Äußerungen untersucht werden“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. „Alle Sachverhalte bedürfen noch weiterer Aufklärung.“ Dazu seien disziplinarrechtliche und strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden. Die „Kieler Nachrichten“ (Samstag) berichteten zuerst darüber.

Die Landespolizeischule hatte bereits im vergangenen Jahr nach Vorwürfen wegen Sexismus und Fremdenfeindlichkeit ein neues Führungsteam bekommen.

Am Montag (11 Uhr) wollen sich der Leitende Polizeidirektor Michael Wilksen und Polizeidirektorin Maren Freyher auf einer Pressekonferenz in Eutin dazu äußern, wie die Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und für die Bereitschaftspolizei Schleswig-Holstein am Wochenende mitteilte.

Der Ministeriumssprecher verwies auf einen Fall vor einem Jahr. Ein Zeuge habe der Behördenleitung mitgeteilt, dass ein Ausbilder einen angehenden Polizisten mit dem Wort „Quotenneger“ beleidigt haben soll. Daraufhin seien Ermittlungen eingeleitet worden. „Ein Verantwortlicher konnte nicht ermittelt werden“, sagte der Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft habe ein entsprechendes Verfahren eingestellt, weil sich kein Tatverdächtiger ermitteln lassen habe. Es gebe darüber hinaus keinerlei Anhaltspunkte, dass es sich bei der Person, die diese Äußerung von sich gegeben haben soll, um einen Ausbilder gehandelt haben könnte, betonte der Sprecher am Sonntag.

Die neuen Negativschlagzeilen erreichten die Polizeischule an dem Wochenende, an dem Innenminister Hans-Jochen Grote (CDU) 350 Dienstanfängern in Eutin den Eid abnahm. 2000 Angehörige, Freunde und Kollegen der angehenden Polizisten seien zu dem Festakt am Sonntag gekommen, hieß es in einer Mitteilung. Bei der Veranstaltung kam es zu einem Eklat: Zwei Männer wurden des Platzes verwiesen, die während des Abspielens der deutschen Nationalhymne den sogenannten Hitlergruß gezeigt haben sollen. Darüber hinaus erhielten sie eine Strafanzeige.

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