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Ostholsteiner Anzeiger

19. November 2017 | 22:30 Uhr

Neue Qualifizierung für Tageseltern

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Für bessere Betreuung: Berufsbegleitender Kurs / Infoabend am 12. Mai

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2016 | 04:07 Uhr

Die Qualität der Tagespflegepersonen im Kreis Ostholstein soll verbessert werden. Deshalb haben die Familienbildungsstätte Eutin und Verantwortliche des Kreises ein neues Konzept gestrickt: Das Stundenpensum hat sich verdoppelt, das Soll der praktischen Erfahrung ebenfalls.

„Wir bieten zwei berufsbegleitende Module an mit insgesamt 300 Stunden Ausbildung, 80 Stunden Praktika, von denen mindestens 20 bei einer Tagesmutter absolviert werden müssen und 140 Stunden Selbstlerneinheiten“, sagt Heilerzieherin Janina Berkau. Als alleinerziehende Mutter hat sie selbst die Erfahrungen machen müssen, dass die Qualität und Ausbildung einiger Tagespflegepersonen oft nicht mit den Erwartungen der Eltern an gute Betreuung übereinstimme. Diese Erfahrungen teilen viele Eltern, doch nur die wenigsten wagen eine Beschwerde aus Angst um ihren Betreuungsplatz, so Berkau. „Die Kleinen haben einfach besser qualifizierte Fachkräfte verdient. Tagesmutter sein, ist mehr als nur Kinder zu betreuen, während der eigene Haushalt geschmissen wird“, so Berkau zugespitzt. „Und die Tagespflegepersonen können nur dazu gewinnen und sicherer werden, wenn sie selbst ihre Rechte und Pflichten kennen“, sagt Simone Bruhn, Leiterin der Familienbildungsstätte.

Das neue Qualitätshandbuch für Tagespflegepersonen, herausgegeben vom Bund, habe dazu beigetragen, den Wunsch nach einer Qualifizierung für Fachkräfte voranzutreiben. Beim Kreis Ostholstein – mittlerweile gibt es insgesamt rund 200 Tageseltern – haben die beiden Frauen offene Türen eingerannt und gemeinsam ein Konzept auf die Beine gestellt, das bei der Infoveranstaltung am 12. Mai ab 19.30 Uhr im Saatziger Raum im Kreishaus (Zugang über Innenhof) vorgestellt wird.

Der neue Qualifizierungskurs soll im September starten. Bis Januar werden theoretische Inhalte immer freitags und sonnabends vermittelt. Ab Januar können die Teilnehmer vom Kreis eine eingeschränkte Erlaubnis für die Betreuung erteilt bekommen und auf dem Weg ins Berufsleben begleitet werden. „Das ist neu und das gab es bisher noch nicht. Dabei ist das so wichtig“, sagt Berkau. Auch die Bedeutung von Supervisionen, von denen derzeit längst nicht alle Tagespflegepersonen Gebrauch machen, soll im Kurs betont werden. Ein besonderer Fokus liegt auch auf dem eigenen Unternehmenskonzept: „Wer bin ich und was kann und will ich wie leisten“, beschreibt Berkau. Dies seien Fragen, die am Anfang einer jeden Unternehmensgründung stehen, sich Tagesmütter aber viel zu selten stellen. Auch das Wissen über Entwicklungsschritte des Kindes und Fördermöglichkeiten bei Bedarf sei noch nicht so verbreitet. Im Kurs liegt darauf aber auch neben dem großen Thema Kinderrechte ein Schwerpunkt.

Der Kurs richtet sich an Interessierte im gesamten Kreisgebiet. „Das besondere für die Fehmaraner: Hans-Jürgen Schimpf hat zugesichert, Insulaner finanziell zu unterstützen“, sagt Simone Bruhn. Interessierte können sich unter 04371/506670 melden.

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