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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 16:36 Uhr

Neue Pläne für das Eutiner Schloss

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Stiftung Schloss Eutin will Führungsstruktur ändern und mehr Besucher anziehen / Landesregierung berät Reform des Stiftungsgesetzes

Wer soll die Stadt Eutin künftig in der Stiftung Schloss Eutin vertreten – der Bürgermeister kraft Amtes oder ein eigens gewählter Stadtvertreter? Diese Frage beschäftigt derzeit die Fraktionen, verbunden mit dem Rätselraten, wie die Stiftung sich neu aufstellen will. Und ob dabei neben einer personellen bald auch eine finanzielle Beteiligung der Stadt gewünscht sein wird.

Über die aus Kiel angebotene Entsendung eines Vertreters in den neuen Beirat der Stiftung hat Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz jüngst die Mitglieder im Hauptausschuss informiert. Darüber will die Stadtvertretung in ihrer Sitzung am 26. Februar entscheiden. Noch vertritt die ehemalige Bürgervorsteherin Gisela Poersch die Stadt im alten Stiftungsrat. Ihm gehören unter Vorsitz von Landrat Reinhard Sager insgesamt sechs Mitglieder an, von denen laut Satzung drei Frauen sein müssen.

Die Strukturen der 1992 vom Land und der Herzogsfamilie von Oldenburg gegründeten Stiftung Schloss Eutin sollen demnächst gründlich geändert werden. Eckpunkte für das dazu notwendige Änderungsgesetz will die Landesregierung nach OHA-Informationen bereits am kommenden Dienstag beschließen. Die Federführung für die Reform liegt beim Staatssekretär im Justiz- und Kultusministerium, Dr. Eberhard Schmidt-Elsäßer.

Er bildet zugleich mit Herzog Christian von Oldenburg den Vorstand der Stiftung. Das neue Stiftungsmodell sieht an der Spitze einen extern bestellten Vorstand vor, der kaufmännisch ausgebildet sein soll und, klar getrennt von der Museumsleitung, hauptamtlich die Geschäfte führt. Ihm sollen in einem Beirat Repräsentanten des Landes und der Herzogsfamilie sowie andere Interessensvertreter (zum Beispiel aus Eutin) zur Seite stehen.

Auslöser für diese Reformpläne ist die allgemeine Unzufriedenheit mit sinkenden Besucherzahlen im Eutiner Schloss. 2013 kamen rund 16 000 Gäste – fast die Hälfte weniger als 2006, dem Jahr, in dem das Schloss rundum für mehr als 20 Millionen Euro saniert erstmals seit 1986 wieder komplett der Öffentlichkeit zugänglich war. Jährlich fallen weiterhin sechsstellige Summen aus dem Landeshaushalt für laufende Unterhaltungskosten an.

Frühere Anläufe, den Museumsbesuch attraktiver zu gestalten, scheiterten an Finanzierungsfragen oder hatten, wie die Einführung der Audio-Guides, nicht den erhofften Erfolg. Daher wurde im Vorjahr eine Prüfung
der Organisationsstrukturen und ein neues Strategiekonzept beim Hamburger Kulturberatungsunternehmen „viventure“ in Auftrag gegeben. Dessen Geschäftsführer Matthias Bönsel will am Dienstag kommender Woche die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses im Eutiner Rathaus darüber informieren, wie die neue Planung fürs Schloss aussieht. Auch im SPD-Kreisvorstand war dies unter dem Stichwort „Kulturförderung“ jüngst offiziell schon Thema.

Durchgesickert ist bereits, dass der Eutiner Brauhaus-Betreiber Marcus Gutzeit die seit Oktober vakante Gastronomie im Schloss übernehmen will. Die Rede ist von einer Vergrößerung des Cafébereiches inklusive einer Nutzung der Südterrasse. Ob dafür Umbauten erforderlich sind, ist noch unklar – den Denkmalbehörden bei Kreis und Land liegt nach eigenen Angaben noch nichts dazu vor.

Die Landtagsabgeordnete Regina Poersch (SPD) sieht nicht nur die Stiftung in der Verantwortung, mehr Leben ins Schloss zu bringen. Ihr Appell an die Stadt: „Wuchert Eutin denn genug mit diesem Pfund? Da wünsche ich mir mehr Miteinander gerade von der Eutin GmbH. Das Schloss wird doch auch für die Landesgartenschau sehr wichtig sein.“

Dr. Juliane Moser, in Personalunion Geschäftsführerin der Stiftung und Leiterin des Schlossmuseums, wollte zu dem Thema nicht selbst Stellung nehmen. Sie verwies auf eine für kommenden Dienstag angekündigte Pressekonferenz des Stiftungsvorstandes in Eutin.

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von
erstellt am 14.Feb.2014 | 12:41 Uhr

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