Neue Nester für heimische Tiere

Ein neues Artenschutzprojekt wird von den Binnenfischern der Seen des mittleren Schwentinesystems über fünf Jahre betreut

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01. April 2011, 09:05 Uhr

Nisthilfen Seeschwalben, Eisvögel aber auch Teichfledermäuse und Gänsesäger sowie eine Laichstrecke für Steinbeißer und Salmoniden werden in diesen Tagen in die Natur der Holsteinischen Schweiz "eingebaut". Dafür sorgt "Wasser, Otter, Mensch" (WOM) mit dem Start eines neuen Artenschutzprojektes.

Damit werden die Seen der Schwentine in der Holsteinischen Schweiz aufgewertet. Sie gehören zum Fauna-Flora-Habitat (FFH) Gebiet "Seen des Mittleren Schwentinesystems" und sind somit Bestandteil des europäischen Biotopverbundes Natura 2000, sagte WOM-Geschäftsführer Carsten Burggraf gestern vor Journalisten. Mit den Nisthilfen solle der Tierbestand zunächst gesichert und langfristig durch die Schaffung natürlicher Habitate in unserer Region wieder etabliert werden.

Insgesamt werden im Rahmen des Projektes vier Brutflöße für Flussseeschwalben, zwei Brutcontainer für Eisvögel, drei Winterfütterungsanlagen für Eisvögel, 15 Sommerquartiere für Teichfledermäuse, 17 Nistkästen für Gänsesäger sowie eine Laichstrecke für Steinbeißer und Salmoniden an den Gewässern errichtet. Das sind Dieksee, Kellersee, Großer und Kleiner Eutiner See, Hemmelsdorfer See, Nücheler See, Ihlsee sowie im Gewässerverlauf der Schwentine.

Burggraf: "Die am Projekt beteiligten Binnenfischer übernehmen Obhut und Pflege der Nisthilfen, stellen Infrastruktur und Fläche zur Verfügung, beobachten den Bruterfolg und bauen sich über den Vertragsartenschutz ein neues (kleines) Standbein auf." Das Projekt habe eine Laufzeit von fünf Jahren und umfasse ein Gesamtvolumen von 46 000 Euro. Es werde aus Mitteln des Artenhilfsprogramms vom Umweltministerium Schleswig-Holstein finanziert.

"Künstliche Nisthilfen können im praktischen Naturschutz immer nur eine Übergangslösung zum Überleben einer Art sein", sagte Karsten Burggraf. Die Brutflöße auf Dieksee, Kellersee und dem Großen Eutiner See reihten sich zusammen mit den von WOM entbuschten Inseln auf dem Großen Plöner See und dem Behler See zu einer Perlenkette an Brutmöglichkeiten für die Flussseeschwalbe auf.

Vier arbeitslose und langzeitarbeitslose Teilnehmer zwischen 16 und 55 Jahre aus dem Projekt "Landschaftspflege" benötigten für die Holzbauten der Nisthilfen insgesamt 130 Arbeitsstunden. Beschäftigt sind die Landschaftspfleger bei der Werkstatt für Arbeit, Landschaft und Kultur e.V. (vormals Landschaftspflegehof Holsteinische Schweiz - LHS) unter der Leitung von Claus-Peter Nebendahl. Unter dem Dach von "Walk e.V." führen die Teilnehmer Arbeiten auf gemeinnütziger und zusätzlicher Basis aus, die ansonsten nicht oder nur im unzureichenden Maße verrichtet werden können. Ziel dieser aus Mitteln des Jobcenters Plön geförderten AGH-Maßnahme ist es, Arbeitslose und Langzeitarbeitslose über Aufgaben in der Kultur- und Landschaftspflege zu qualifizieren und dank einer damit verbundenen arbeitspraktischen Erprobung deren (Re)Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

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