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Schön-Klinik Neustadt : Neue Nägel nach Brandanschlag

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Therese Maria Dabarera aus Sri Lanka wurde bei einem Brandanschlag schwer verletzt. Noch 26 Jahre danach leidet sie unter den Folgen. Durch den Kontakt zu einem Lübecker Ehepaar konnte die Nonne Folgeschäden an den Händen behandeln lassen.

Ihre Schmerzen waren schier unerträglich. „Ich habe deshalb 15 Tage nur geschrien“, sagt Therese Maria Dabarera in ruhigem Ton. 26 Jahre ist es mittlerweile her, dass die 49 Jahre alte Nonne aus Sri Lanka bei einem Brandbombenanschlag während des Bürgerkrieges in ihrer Heimat fast verbrannt wäre. Die damals 23-Jährige stand lichterloh in Flammen, rund 60 Prozent ihrer Haut an Armen, Beinen und Bauch verbrannten damals. „Ich war mir sicher, dass ich sterben würde“, erinnert sie sich.

Acht Monate lang kämpften Ärzte um das Überleben der ausgebildeten Montessori-Lehrerin, die mittlerweile in Bandarawela ein Heim mit 31 Kindern aus armen Verhältnissen leitet. Besonders schlimme Verletzungen trug Dabarera an ihren Händen davon. „Die sahen aus wie von einem Skelett, bis auf die Knochen war alles verbrannt.“

Zwei Jahre lang verbrachte sie im Krankenhaus, doch ihre Folgeschäden, gerade an den Händen, blieben ein Vierteljahrhundert unbehandelt – bis Professor Josef Hoch, Chefarzt an der Neustädter Schön-Klinik für Hand-, Brust-, Plastische und Ästhetische Chirurgie, sich ihrer annahm. Nach zwei Operationen kann Dabarera jetzt ihre Hände besser bewegen. Sämtliche Kosten für die medizinische Betreuung übernimmt die Schön-Klinik.

Den Kontakt zu dem Krankenhaus stellte das Lübecker Ehepaar Elisabeth und Dr. Armin Wegener her. Armin Wegener war früher selbst Arzt an der Klinik und unterstützt mit seiner Frau sechs Kinderheime in Sri Lanka. Über diese Tätigkeit lernten die beiden „rein zufällig“ vor zwei Jahren die 49-jährige Nonne kennen. „Schwester Thereses Finger waren dick und höckrig, und ihre Fingernägel wuchsen ganz ungewöhnlich – ihre Hände sahen aus wie Klauen mit Krallen“, schildert6 Elisabeth Wegener. Die Heimkinder hatten Angst vor ihrer Leiterin und ließen sich nicht von ihr anfassen. Doch damit sollte es nun vorbei sein: Professor Hoch ersetzte ihre fehlgewachsenen Fingernägel durch künstliche.

Von den Eingriffen erholt sich Dababera noch bis Ende September beim Ehepaar Wegener. Sie haben der Sri Lankerin ein Visum besorgt, übernahmen die Reisekosten und bieten der Nonne seit dem 4. August in ihrem Heim eine Unterkunft. So helfen sie der Ordensschwester, die äußeren Wunden des Attentats so gut wie möglich zu heilen. Die inneren Wunden sind bereits abgeklungen. „Ich habe nie Wut oder Hass gegenüber dem Täter empfunden und träume nachts nicht von dem Brandanschlag“, berichtet Dababera.

 

 

Weitere Informationen über das Engagement von Elisabeth und Dr. Armin Wegener in Sri Lanka gibt es im Internet unter www.kinderdirekthilfesrilanka.de

 

 

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erstellt am 07.Sep.2013 | 00:36 Uhr

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