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Zwischen Sielbeck und Kirchnüchel : Neue Hoffnung für ein Radweg-Projekt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine Velo-Route zwischen Sielbeck und Kirchnüchel schien in weiter Ferne – doch nun könnte das Vorhaben vielleicht doch noch verwirklicht werden

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 05:00 Uhr

Ein Radweg von Sielbeck nach Nüchel und von dort weiter nach Kirchnüchel: Davon träumt die Malenter Dorfschaft Nüchel seit mehr als 20 Jahren. Im Jahr 2012 schien Bewegung in die Sache zu kommen. Die Gemeinde Malente stellte 52 000 Euro in den Haushalt ein, um das Projekt zu planen. Falls das Land entsprechende Fördertöpfe bereitstellen würde, könnte die Gemeinde diese Planung aus der Schublade ziehen und sofort Fördermittel beantragen, lautete damals das Argument. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr hatte die Kosten für den Bau des etwa fünf Kilometer langen Radwegs damals mit gut 1,2 Millionen Euro veranschlagt.

Doch die Planung kam nicht voran, weil im Bauamt andere Projekte dringlicher waren und zeitweise auch kein Geld bereitstand. Mitte 2012 hatte Bürgermeister Michael Koch noch erklärt: „Wenn wir nein zur Planung sagen, ist das Projekt tot.“ Doch nun war der Planungsausschuss bereit, das Radweg-Projekt endgültig zu beerdigen, weil auf absehbare Zeit auch keine Fördermittel für den Radwegebau zu erwarten sei, wie CDU-Fraktionschef Hans-Werner Salomon argumentierte.

Doch der Nücheler Landwirt Henning Südel, Vorsitzender des Flurbereinigungsverfahrens Sieversdorfer Au/Benzer Seen, überraschte Ausschussmitglieder und Verwaltung mit einem neuen Vorschlag. So habe
der freiwillige Zusammenschluss „Fehmarn-Wege GmbH & Co.KG auf Fehmarn mit Hilfe der Aktiv-Region, die das Vorhaben als Leuchtturmprojekt deklariert habe, innerhalb von drei Jahren 25 Kilometer Wander- und Radwege gebaut. Diese seien im Sommer 2013 fertiggestellt worden. Da die Wege als Sandweg ausgeführt worden seien, seien diese auch wesentlich billiger als eine asphaltierte Variante wie sie bislang zwischen Sielbeck und Nüchel geplant gewesen sei. „Die Wege sind so glatt und schier, wie ein Radweg nur sein kann, wenn er nicht geteert ist“, zeigte sich Südel gestern im OHA-Gespräch begeistert über die Qualität der Fehmaraner Radwege.

Wer in Nüchel die Trägerschaft für ein Projekt Radwegbau übernehmen könnte, steht derzeit noch in den Sternen. Da in der EU gerade eine neue Förderperiode anläuft, ist auch noch nicht klar, wie eine Förderung umgesetzt werden könnte und wie hoch eine Förderung letztlich ausfallen würde. Im Jahr 2012 hatte Koch damit argumentiert, dass der Radweg eine touristische Anbindung der Gemeinde an die Bungsberg-Region gewährleisten könne, womit auch Malente an dessen touristischer Belebung teilhaben könnte. Mit welcher Argumentation eine Förderung bei der Aktiv-Region vor dem Hintergrund der neuen Förderrichtlinien begründet werden könnte, müsste noch geklärt werden. Dennoch fiel die Idee Südels im Planungsausschuss auf fruchtbaren Boden.

Zwar werden die ursprünglich eingeplanten Mittel für die Planung gestrichen. Doch der Ausschuss zeigte sich einstimmig bereit, erneut Geld für eine Planung bereitzustellen, wenn sich der Vorschlag tatsächlich verwirklichen lassen sollte. „Wenn der gesamte Ausschuss sagt, wir wollen einen Radweg, dann gibt es hinterher auch keine Diskussionen“, hatte Koch zuvor erklärt. Der Verwaltungschef schlug vor, das Gespräch mit den Protagonisten auf Fehmarn zu suchen, um auszuloten, ob sich das Modell auf Malente übertragen lässt.

An den Grundeigentümern sollte das Vorhaben nicht scheitern, versicherte Südel. Ausnahmslos alle hätten sich bereiterklärt, das benötigte Land für den Bau eines Radwegs zur Verfügung zu stellen.

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