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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 00:52 Uhr

„Neue Gegenmaßnahmen entwickeln“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine Interessengemeinschaft „Naturschutz ohne Verlierer “ fordert ein rigides Vorgehen gegen die Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes

von
erstellt am 03.Apr.2015 | 17:43 Uhr

Imker, Landwirte, Jäger und Vogelschützer machen mobil gegen das giftige Jakobskreuzkraut: Sie haben in Eutin eine Interessengemeinschaft gebildet. Sie fordert einen Naturschutz, „der keine negativen Auswirkungen auf Mensch, Tier, Pflanze und Umwelt hat.“ Und die Gemeinschaft stellt fest: „Von der unkontrollierten Ausbreitung von Jakobskreuzkraut und anderer Kreuzkrautarten geht eine Gefahr aus.“

Rainer Korten (Zarnekau, Foto oben) und Oliver Morris (Eutin, Foto unten) vom Imkerverein Eutin und Umgebung von 1896 gehören zu den treibenden Kräften bei der Bildung dieser Interessengemeinschaft. Ihr haben sich neben den Imkern der Kreisbauernverband Ostholstein Lübeck, die Kreisjägerschaft Eutin, der Maschinenring Lübeck-Eutin-Süd, die Elisabeth-Mierendorff-Stiftung Hilfe für Tiere in Not sowie die Vogelschutzgruppe Eutin-Malente angeschlossen. Der offizielle Name lautet: „Interessengemeinschaft Jakobskreuzkraut – Naturschutz ohne Verlierer“.

In der Präambel der Gemeinschaft heißt es: „Die bislang angewendeten Maßnahmen zur Eindämmung der Kreuzkrautarten haben sich nicht bewährt. Die IG fordert, neue Maßnahmen zu entwickeln.“

Ihren Kampf gegen die unkontrollierte Ausbreitung des gelb blühenden, giftigen Krautes will die Interessengemeinschaft durch Öffentlichkeitsarbeit voranbringen, die zur Sensibilisierung von Politik, Landwirtschaft, Tierhaltern und Öffentlichkeit beitrage. „Dazu können Veranstaltungen und schriftliche Informationen (Papier und Internet) eingesetzt werden.“ Und die Förderung von wissenschaftlichen Untersuchungen, die dem Zweck der Interessengemeinschaft entsprechen, werde angestrebt.

Seit einigen Jahren nimmt in ganz Deutschland die Verbreitung des Jakobskreuzkrautes zu, vor allem an Straßenrändern sowie auf extensiv oder nicht bewirtschafteten Flächen. Damit wächst auch die Furcht vor den gesundheitlichen Gefahren, denn das Kraut enthält giftige Pyrrolizidinalkaloide (PA), die sich bei Säugetieren in der Leber sammeln und nicht abgebaut werden.

Die Pflanze enthält Bitterstoffe und wird deshalb von grasenden Tieren verschmäht, aber in Heu und Silage verliert sich der bittere Geschmack. Außerdem tauchen in immer mehr untersuchten Honigproben unzulässige PA-Werte auf. Es gibt zwar einen maximalen PA-Wert als Empfehlung des Bundesinstitutes für Risikobewertung, doch Rainer Korten und auch sein Imker-Kollege Oliver Morris fordern keine Toleranz für PA.

Die in Eutin gegründete Interessengemeinschaft ist nicht die einzige: Mitte Februar hatte sich auch in Angeln eine „Interessengemeinschaft Tierhalter gegen Jakobskreuzkraut“ gebildet, in der sich Landwirte, Pferdehalter und Imker zusammengefunden haben.

Wer sich für das Thema interessiert: Rainer Korten ist unter Tel. 04521/1383 zu erreichen

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