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Ostholsteiner Anzeiger

24. August 2017 | 07:34 Uhr

Eutin : Neue Farbe für 163 Jahre alte Tafel

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Gedenktafel an dem Geburtshaus des Komponisten Carl Maria von Weber wurde für eine gründliche Sanierung abgebaut.

Eutin | Ein dringender Appell eines Bürgers ist erhört worden: Die Gedenktafel am Geburtshaus des Komponisten Carl Maria von Weber in der Lübecker Straße wird saniert. Kurt Lange und sein Geselle Shiem Holweger haben gestern Morgen das 163 Jahre alte Stück abgebaut. Es soll bis zum kommenden Frühjahr in der Werkstatt des Kunst-Schmieds in Bredeneek bei Preetz saniert werden.

Die Teile der 1853, gut ein Vierteljahrhundert nach dem Tod von Webers an dem Fachwerkhaus montierten Tafel würden gereinigt, mit Korrosionsschutz versehen, neu gestrichen und wieder zusammengefügt, sagte Lange dem OHA. Einen Bruch im unterer Teil des Rahmens könne man nicht schweißen, weil es sich um Gusseisen handele, da müsse man mit einer Klammer auf der Rückseite für Stabilität sorgen.

Lange schätzt, dass die Tafel um die 100 Kilogramm wiegt. Eine Schätzung, wie viele Stunden in die Sanierung gehen werden, wollte er nicht äußern. Das lasse sich kaum vorhersagen.

Der Stadtchronist Klaus Petzold hatte in einem Artikel, der am 10. Februar dieses Jahres im Ostholsteiner Anzeiger veröffentlicht wurde, auf den Zustand der Gedenktafel aufmerksam gemacht. Er schrieb: „Am 29. August 1853 hatte die Stadtvertretung beschlossen, die vom Hofbaumeister Limpricht entworfene, von der Eutiner Liedertafel gestiftete und am Geburtshaus von Carl Maria von Weber angebrachte Gedenktafel ,zu Eigenthum und die Sorge für die Erhaltung des Denkmals zu übernehmen, da ein solches Denkmal zugleich einen effectiven Charakter und Bedeutung für die Stadt hat.‘

Heute stellt sich die Gedächtnistafel in einem jämmerlichen Zustand dar, sie schreit nach Farbe, der Rost zerfrisst die Tafel und insbesondere den Rahmen. Mittlerweile ist sie auch eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit, denn in absehbarer Zeit wird mindestens der untere Rahmenteil abbrechen und auf den Gehweg fallen. Wenn hier nicht schnellstens Abhilfe geschaffen wird, ist die Stadt Eutin nur noch für die Entsorgung der denkmalgeschützten Gedächtnistafel zuständig.“

Der städtische Kulturausschuss hatte reagiert und eine Sanierung der Gedenktafel beschlossen, wobei mit Kurt Lange ein Handwerker beauftragt wurde, der schon mehrfach an historischen Projekten in Eutin gewirkt hat. An der Brücke zwischen Schloss und Schlossgarten sei seine Arbeit zu finden, sagte er, und an einem Tor für den Küchengarten arbeite er ebenfalls.

Mit dem Beschluss zur Sanierung im Kulturausschuss war eine Kostenkalkulation von 8000 Euro verbunden. Nach Auskunft von Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt will sich die Landesdenkmalpflege mit 3500 Euro beteiligen, 500 Euro haben der Heimatbund zugesagt und auch die Bürgergemeinschaft eine Unterstützung angedeutet. Die denkt an einen Zuschuss von 1000 Euro, sagte Sprecherin Regine Jepp dem OHA. Zugleich berichtete sie, dass auch die Weber-Gesellschaft um Hilfe gebeten worden sei, aber über die Höhe noch nicht entschieden habe.

Während die Rettung der Tafel eingeleitet ist, wartet eine andere Idee in Verbindung mit dem berühmtesten Sohn der Stadt weiter auf Konkretisierung: Im Herbst 2007 hatte der Kulturausschuss einmütig die Idee begrüßt, für den Komponisten in seinem Geburtshaus ein Museum einzurichten.

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erstellt am 20.Nov.2015 | 00:36 Uhr

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