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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 02:02 Uhr

Neue Entenhäuser im Kurpark

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Frank Schumacher stellte drei schon 2012 vom CJD hergestellte Behausungen für Wasservögel auf der Schwentinewiese auf

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Fertig waren sie schon lange, allein mit dem Aufstellen dauerte es ein Weilchen: Bereits im vergangenen Jahr hatten Jugendliche in der Produktionsschule Ostholstein des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland (CJD) drei sogenannte Wassergeflügelhäuser für
die Wasserkreise auf der Schwentinewiese gebaut.

Nun schritt Frank Schumacher für die Kurparkfreunde zur Tat. Der Landwirt aus Radlandsichten rückte mit einem Teleskoplader an, um die alten, abrissreifen „Entenhäuser“ zu entfernen und die neuen an ihren Platz zu setzen. Der Zeitpunkt sei günstig gewesen, sagt Vereinsvorsitzende Julia Freese: „Die Wiese war gemäht und der Wasserstand niedrig.“

Eigentlich hatten die Kurparkfreunde gehofft, das Aufstellen der Häuser mit dem Bau der Steganlage verknüpfen zu können. Doch diese Idee zerschlug sich, als die Gemeinde das Vorhaben Ende 2012 platzen ließ (wir berichteten). Nun ist die Kommune nicht nur kostenlos zu drei neuen Entenhäusern gekommen, auch um den Aufbau brauchte sie sich nicht zu kümmern.

Die Pläne für die strohgedeckten Häuser lieferten die Kurparkfreunde, berichtet der Malenter Ulf Werner, der das Projekt als Mitarbeiter des CJD betreut hat. „Die sind gebaut worden nach den Original-Plänen von Plomin, also nach den Anforderungen des Denkmalschutzes.“ Rund anderthalb Jahre arbeiteten ein gutes Dutzend Jugendlicher, immer wenn Zeit war, an den Entenhäusern. „Wir haben 2000 bis 2500 unterarmstarke Bündel Reet eingearbeitet“, erinnert sich der 67-Jährige. Alle seien mit Edelstahldraht neu gebündelt worden. Die dunkle Kappe der Häuser bestehe aus getrocknetem Heidekraut, das mit Maschendraht zusammengehalten werde.

Unzählige Arbeitsstunden seien in die drei Häuser geflossen. „Die Jungs haben wirklich gejault. Aber dann waren sie stolz wie Oskar“, sagt Werner, der für die nötige Fachkompetenz sorgte. „Wir hatten keine Ahnung von Reet“. Deshalb habe er im Internet recherchiert, Bücher gewälzt, sich im Museumshof in Lensahn informiert und mit Reetdeckern gesprochen. Sogar altes Werkzeug sei rekonstruiert worden.

Nur mit dem Aufbau der Häuser war das CJD überfordert, allein aus Gewichtsgründen. Werner: „Die wiegen pro Stück 350 Kilogramm. Wir hatten Schwierigkeiten, die mit sechs Jugendlichen zu tragen.“ Auch die Unterkonstruktion ließ sich ohne entsprechende Maschinen nicht herstellen. Das besorgte Frank Schumacher. Er zog die alten Pfähle heraus und rammte pro Entenhaus vier neue Eichenpfähle in den Untergrund.
Julia Freese zeigt sich mit dem Ergebnis hochzufrieden: „Die Häuser sind nun richtige Schmuckstücke.“

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