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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 23:21 Uhr

Neue Dorfbewohner mit Blumenstrauß begrüßt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 07.Sep.2015 | 16:47 Uhr

Sabine Gardein ist eine Frau, die nicht nur redet, sondern auch macht. Das zeigt sich eindrucksvoll daran, dass die 59-Jährige die in ihrem Heimatort Sandkaten ankommenden Flüchtlinge persönlich begrüßt. „Augenscheinlich hat sich keiner so recht um die Flüchtlinge gekümmert – da habe ich mir Blumen gekauft und die persönlich bei uns willkommen geheißen.“

Seit Anfang des Jahres leben die zwei Eritreer, ein Ehepaar aus Mazedonien und zwei Brüder aus Albanien im beschaulichen Sandkaten in der Gemeinde Bösdorf. „Als ich mit Blumen vor ihnen stand, da schauten sie schon etwas irritiert“, erinnert sich die Integrationspädagogin an der Schule Blaue Lehmkuhle in Eutin. Man müsse den Mut haben, sich auf etwas einzulassen, beschrieb Sabine Gardein ihre Motivation. Es sei schwer, den Kontakt zu den albanischen Brüdern aufrecht zu erhalten. Sie lernten gerade die Deutsche Sprache und seien bereits beim Boxring des TSV-Plön aktiv. Das sei bei den Eritreern anders. „Mit ihnen war ich auf einem Erdbeerhof“, erinnert sich Sabine Gardein. Sie hätten gemeinsam mit ihr ordentlich gepflückt. Die Frau aus Mazedonien kann jetzt Fahrrad fahren und ist mir ihrem Mann täglich nach Plön unterwegs. Sabine Gardein hat ihr auch Häkeln und Stricken beigebracht. „Das Ehepaar möchte hier gern arbeiten – auch ehrenamtlich“, weiß die 59-Jährige. Aber die Behörden benötigten so lange für eine Genehmigung.

Sabine Gardein geht mit „ihren“ Flüchtlingen Kaffee trinken, ins Sozialkaufhaus oder besorgt beim Plöner
Sozialamt Gutscheine für das Schwimmen und die Bücherei. Die Flüchtlinge besuchen das Frühstück im Osterkarree und die 25 und 18 Jahre jungen Eritreer suchen Kontakt zu jungen Menschen. Fest steht: „Die beiden Eritreer wollen auf jeden Fall wieder zurück in ihre Heimat“, weiß Sabine Gardein.

Für die weitere Arbeit mit Flüchtlingen erhofft sich Sabine Gardein auch Unterstützung aus der Gemeinde Bösdorf. Sie brauche vor
allen Dingen Menschen, die Ja zur Mithilfe sagen. Die Flüchtlinge müssen zulassen können und Vertrauen haben, dass sie durch menschliche Hilfe auf den richtigen Weg gebracht werden. Das beginnt mit einem ganz einfachen „Moin-Moin“ auf der Straße.  

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