Plön : Neue Bau-Regeln für den Kieler Kamp

Ein alter Baumbestand und dichte Bebauung prägen die Straße „Kieler Kamp“.
Ein alter Baumbestand und dichte Bebauung prägen die Straße „Kieler Kamp“.

Ohne gültigen Bebauungsplan wurden Lücken auf nicht genutzten Grundstücksteilen zugebaut. Öffentliche Informationsveranstaltungen sind angekündigt.

shz.de von
27. Juni 2018, 12:35 Uhr

Ursprünglich war der „Kieler Kamp“ eine Siedlung mit Behelfsheimen für ausgebombte Kieler. Heute ist er eine beidseitig bebaute Sackgasse bei zugleich großzügiger und hochwertiger Ausnutzung nicht bebauter Grundstücksteile. Der weiteren Verdichtung will die Stadt jetzt einen Riegel vorschieben.

Einstimmig hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Planung den B-Plan Nr. 66 für den Bereich „Kieler Kamp“ auf den Weg gebracht.
Ziel ist es, eine geordnete städtebauliche Entwicklung zu sichern. Die Verdichtung habe ein Ausmaß erreicht, das zu Konflikten bei Belangen der verkehrlichen Erschließung sowie des Natur- und Uferschutzes führte.

„Die Stadt soll entscheiden, wie geordnet gebaut wird. Andernfalls könnte noch größerer Wildwuchs entstehen“, begründete Bürgermeister Lars Winter seinen Vorstoß im Hinblick auf große Grundstücke und kleine Häuser. Im Kieler Kamp wäre ohne Bebauungsplan noch vieles möglich.

Grundlage der Entwicklung war lange Zeit der B-Plan Nr. 1 der Stadt von 1964, der im Laufe der Jahrzehnte drei Mal für Teilbereiche geändert wurde. Wegen eines Formfehlers seien alle vier B-Pläne seit 1999 nicht mehr angewandt worden. So mussten sich Vorhaben nur „in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen“. In der Folge waren Lücken auf nicht genutzten Grundstücksteilen zugebaut worden.

„Warum hat man nicht gleich im Jahr 2000 einen neuen B-Plan aufgestellt, sondern zugelassen, dass dort baulich etwas entsteht, was wir nicht wollen?“, fragte Winter. Baulichen Missstand bemängelt er auch in der Apenrader Straße, für die es noch keinen B-Plan gebe. „Wir haben lange dafür gekämpft, dass der Appelwarder 2011 mit einem B-Plan überzogen wird, um historische Bausubstanz zu erhalten“, warf Bernd Möller (SPD) ein und nannte zugleich die Johannisstraße, die aktuell mit dem B-Plan Nr. 6 überplant wird, als weiteres Beispiel. Er vermutet eine Überlastung der Bauverwaltung mit immer neuen Personalwechseln als Grund für die laxe Handhabe.

Der Umweltschutzbeauftragte Achim Kuhnt machte auf den Bewuchs mit altem Baumbestand im Kieler Kamp aufmerksam. Ausschussvorsitzender Gernot Melzer (CDU) sprach sich dafür aus, den B-Plan aufzustellen. Er kündigte öffentliche Informationsveranstaltungen für den Vogelberg und den Kieler Kamp an. Wie berichtet, hatte die Ratsversammlung am 30. Mai für die Straße Vogelberg die Aufstellung eines B-Planes und eine Veränderungssperre beschlossen.

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