Neue Bahnpläne für Lübeck-Kiel-Takt

Alternativkonzept zum zweispurigen Ausbau der Gleisstrecke liegt auf dem Tisch

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07. August 2015, 12:34 Uhr

Ein neues Konzept für einen Lübeck-Kiel-Takt soll für schnellere Zugverbindungen zwischen den beiden größten Städten das Landes sorgen. Seine Pluspunkte: Es würde den bisher für mehr Zeitgewinn geplanten, aber teuren zweispurigen Ausbau der Bahnstrecke oder den umstrittenen Verzicht auf Haltepunkte überflüssig machen. Noch in diesem Jahr sollen die Verkehrsplaner von Land, Kommunen und Bahn dazu eine Entscheidung treffen.

Seit dem Jahr 2000, noch vom damaligen Bahnvorstand Thilo Sarrazin und Landrat Horst-Dieter Fischer in Eutin verkündet, gilt der zweispurige Ausbau der Bahnstrecke Lübeck-Kiel als das Modell, um die Fahrzeit zwischen Lübeck und Kiel auf unter eine Stunde zu drücken. Seitdem wurde viel geplant und auch einiges für eine Verbesserung des Schienenverkehrs auf der überwiegend einspurigen Strecke realisiert. Jedoch: Ein fälliges Planfeststellungsverfahren ist noch nicht in Sicht.

Das neue Konzept dagegen könnte rasch grundlegend für die Neuausschreibung des Bahnverkehrs im Netz Ost ab Ende 2019 werden. Es geht weitgehend vom alten Gleisbestand aus, sieht aber ein teils verdoppeltes Fahrtenangebot zwischen Preetz und Kiel vor. Die Überlegung: Damit würde im Plöner Umland, wie schon in Pönitz und Pansdorf praktiziert, der Wegfall eines Haltes verschmerzbar.

Die Expresstour von Kiel nach Lübeck würde so nur noch 64 (bisher 68) Minuten dauern. Da der politische Druck für flotteres Hin und Her zwischen Hanse- und Landeshauptstadt steigt, kommt den Verkehrsplanern das Alternativkonzept gut zupass. Bernhard Wewers, Geschäftsführer der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH, urteilte: „Das Konzept hat große Vorteile, allerdings auch den Nachteil, dass die Fahrtzeit nicht unter eine Stunde kommt. Jetzt soll geprüft werden, ob es bahntechnisch funktioniert und wie die Kostenseite aussieht.“

Das Thema ist auf kommunaler Ebene aktuell. Landrat Reinhard Sager zeigte sich bereits angetan: „Damit würden für Eutin die festen Anfahrzeiten am Bahnhof als Knotenpunkt für die Busverkehre erhalten bleiben. Das wäre anderenfalls doch schwierig geworden.“ Gespräche mit den Gemeinden sollen folgen.



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