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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 22:48 Uhr

Neudorfer bestätigen Rüdiger Haid

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Viele Probleme des größten Eutiner Ortsteiles existieren seit Jahren / Diskussionen um mangelnde Beteiligung beim Volkstrauertag

Der Neudorfer Rüdiger Haid (54) wurde in der Dorfschaftsversammlung am Donnerstagabend einstimmig in den Dorfvorstand wiedergewählt. Haid, der den Posten seit zehn Jahren inne hat, wird die Interessen der Dorfschaft gemeinsam mit Benjamin Denissow vertreten. Detlev Seibler, der bisher der Dritte im Bunde des Neudorfer Dorfvorstandes war, wollte kein weiteres Mal zur Wahl antreten.

Trotz langjähriger Erfahrung im Amt war die jüngste Sitzung für Rüdiger Haid eine besondere: Gleich zu Beginn hatte er einen Kloß im Hals, als er die Neudorfer bat, eine Schweigeminute für den im September verstorbenen Wirt Karl-Heinz Otto einzulegen.

Die Probleme des Ortsteiles, das zeigte der Tätigkeitsbericht und Jahresrückblick Haids, sind fast immer noch die gleichen wie vor Jahren: So monierte der Dorfvorstand die unzureichende Straßenbeleuchtung im Einmündungsbereich der Plöner Straße zur Beuthiner Straße. „Wenn dort eine Familie mit einem dunklen Kinderwagen langläuft, sieht man sie wirklich erst, wenn man kurz vor ihr steht“, sagte Rüdiger Haid. „Ein Wunder, dass da noch nichts passiert ist.“ Diesen Satz wiederholte er, als er über den Fußgängerverkehr zwischen Lidl und Famila sprach. „Keiner nutzt die Ampel im Einmündungsbereich in Richtung B 76. Da muss dringend etwas passieren.“

Zudem zeigte sich Haid besorgt über Gefahren an der Radwege-Einmündung Beuthiner Straße zur Brücke der Westtangente. Von der Brücke kommende Radfahrer gelangten häufig ungebremst bis in die Mitte der Beuthiner Straße. „Gerade für Kinder und Jugendliche ist das dort eine große Gefahrenquelle“, so Haid. Er wiederholte seinen Vorschlag aus den Vorjahren, die beidseitig der Einmündung befindlichen Sandfelder durch eine Felsreihe abzugrenzen oder ein anders geartetes Hindernis aufzubauen, sodass Radler gezwungen sind, ihr Gefährt im Kreuzungsbereich zu schieben.

Der Fußweg an dem Baugebiet Perla vorbei in Richtung Westtangente lasse ebenso zu wünschen übrig. „Die Straße ist zu schmal, sogar für zwei sich begegnende Kleinwagen. Der Fußweg ist ungesichert schlammig daneben. Und das auf einer Strecke, auf der verkehrsrechtlich 100 erlaubt ist“, sagte Haid. Auch forderte er – gerade mit Blick auf möglichen Baustellenverkehr für das in Planung befindliche Gebiet Sonnenkoppel – eine andere Lösung für die Zufahrt von der Westtangente aus zu schaffen, als die derzeitige Hand-Schranke.

Rüdiger Haid bedauerte die mangelnde Bereitschaft beim Aktionstag „Saubere Landschaft“: „Zwar war das THW in diesem Jahr bei uns, aber es war eine mäßige Beteiligung. Es fehlt einfach der Anreiz.“ Im Vorjahr habe es Gutscheine der nahegelegenen Fastfood-Kette für ein kleines Getränk gegeben, das hole keinen hinter dem Ofen hervor. Haid: „Aber allen, die sagen, was soll ich den Dreck der anderen weg machen, sage ich: ‚Das ist auch der Dreck der Generation, die wir herangezogen haben.‘ Und dann sind wir eigentlich schon wieder verpflichtet, mit unseren Kindern anzupacken.“

Eine kleine Diskussion entbrannte über die Veranstaltung zum Volkstrauertag in Neudorf. Wehrführer Ralf Klesny beklagte die mangelnde Teilnahme: „Steht der Aufwand von rund 20 Feuerwehrleuten im Verhältnis zu den fünf oder sechs Menschen, die da jedes Jahr noch kommen? Sollten wir da nicht lieber eine zentrale Veranstaltung in Eutin abhalten? Die, die den Zweiten Weltkrieg noch erlebt haben, werden doch immer weniger.“ Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz ergriff als erster das Wort: „Klar, dürfen Sie das denken, was Sie sagen. Aber der Volkstrauertag reicht in seiner Bedeutung mittlerweile weit hinaus.“ Pastor Thomas Waack sagte: „Manchmal machen wenige etwas stellvertretend für viele. Der Volkstrauertag wendet sich in seiner Bedeutung. Es ist ein Tag, an dem wieder ins Bewusstsein gerät, das Frieden nicht selbstverständlich ist. Das Thema ist ein wichtiges. Auch wenn weiterhin wenige kommen.“

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erstellt am 28.Nov.2015 | 00:33 Uhr

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