Neudorfer ärgern sich über Raser

Bürgermeister Behnk (li.) sicherte Dorfvorsteher Rüdiger Haid (im Hintergrund) zu, den Bau eines Gehweges prüfen zu lassen.
Bürgermeister Behnk (li.) sicherte Dorfvorsteher Rüdiger Haid (im Hintergrund) zu, den Bau eines Gehweges prüfen zu lassen.

Thema in Dorfschaftsversammlung: Anwohner der Quisdorfer Straße und des Kösliner Weges leiden unter zu schnell fahrenden Autos

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21. November 2017, 12:44 Uhr

Es war ein Klassiker der Dorfschaftsversammlungen: Wie kann man Autofahrer dazu bringen, Fußgänger nicht durch Raserei zu gefährden? Die Quisdorfer Straße in Neudorf am Ortsrand Richtung Gemeinde Bosau wurde in einer Dorfschaftsversammlung am Montagabend im „Neudorfer Hof“ als unverändert vorhandener Brennpunkt erörtert.

Vor einer sehr kleinen Versammlung – nicht mal 20 Personen waren gekommen – gab Dorfvorsteher Rüdiger Haid einen Rechenschaftsbericht. Dabei erwähnte er den schon vergangenes Jahr vom Dorfvorstand geäußerten, unerfüllt gebliebenen Wunsch, auf der rechten Seite der Quisdorfer Straße – mit Blick zum Ortsausgang – ebenfalls einen Gehweg anzulegen, damit die Gefahr vermieden werde, der sich Fußgänger bei der Querung der Fahrbahn aussetzten. Diese Gefahr bestätigte Margret Janus aus dem Kösliner Weg, dessen Anwohner über die Straße müssen, wenn sie zu Fuß in Richtung Stadt laufen wollen oder von dort kommen: „Ich bin richtig, richtig böse“ schloss sie die Schilderung, dass die Fußgänger durch in beide Richtung zu schnell fahrende Autos bedrängt würden. „Wir müssen in einem Affentempo über die Straße rennen, es gibt ältere Nachbarn, die sind regelrecht verzweifelt.“

Diverse Vorschläge aus dem Saal, darunter Zebrastreifen, Tempo-30-Schilder oder eine Ampel, die nur langsam fahrenden Fahrzeugen grün zeigt, erteilte Rüdiger Haid aus beruflicher Kenntnis als Polizeibeamter wenig Erfolgaussichten. Machbar erscheine, den Fußgängern eine Querung der Straße zu ersparen, und das wäre mit einem Gehweg auf der Seite des Kösliner Weges möglich. Diese Idee wiederum könnte an zwei Faktoren scheitern: Einem dichten Baumbestand und ungeklärten Eigentumsverhältnissen. Bürgermeister Carsten Behnk sicherte zu, beide Fragen klären zu lassen. Die Beteiligung an der Versammlung, nach Haids Feststellung die bislang geringste in seiner bisherigen Amtszeit, passt zu einer anhaltend sinkenden Beteiligung an der Aktion „Saubere Landschaft“: Nicht einmal zehn Personen seien zu der Aktion erschienen. Haid: „Mir fehlt ein Konzept: Wie kriege ich Leute motiviert, an einem Sonnabend Nachmittag bei schönem Wetter durch die Landschaft zu laufen und Müll zu sammeln?“ Dabei liege reichlich Müll am Wegrand und lohne sich der Aufwand durchaus.

Mit weiterem Blick auf das vergangene Jahr sprach Haid von einem „running Gag“, zu dem das Baugebiet Sonnenkoppel geworden sei. Nach diversen Planänderungen und erneuter Auslegung gebe es nun einen gültigen Bebauungsplan, aber der Investor komme „nicht in die Hufe“.

Ein brach liegendes Grundstück am Geschwister-Scholl-Ring, auf dem einmal ein Spielplatz war, sei an Handelsunternehmen in der Nachbarschaft verkauft worden, damit sei eine bessere Pflege in Sicht. Und eine Internetseite für Neudorf werde in Kürze neu gestaltet, kündigte Rüdiger Haid an.

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