Neubau löst Protest aus

Das Internet soll in Sagau  besser zugänglich werden. Dafür setzen sich die Gemeindevertreter Martin Boesmann (l.) und Barbara Tenge-Rietberg (r.) sowie die Firmenvertreter Alexandra Fiebig und Felix Haß ein. Foto: buhmann
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Das Internet soll in Sagau besser zugänglich werden. Dafür setzen sich die Gemeindevertreter Martin Boesmann (l.) und Barbara Tenge-Rietberg (r.) sowie die Firmenvertreter Alexandra Fiebig und Felix Haß ein. Foto: buhmann

Gemeinde Kasseedorf attackiert die Pläne des Amtes

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16. Juni 2012, 08:21 Uhr

Sagau | Von gerötet zu tiefrot wechselte bei Bürgermeister Niels Schwarz (CDU) die Gesichtsfarbe: Allein auf weiter Flur verteidigte er gegen alle anderen elf Kasseedorfer Gemeindevertreter das Vorhaben des Amtes, in Schönwalde einen Neubau fürs Bauamt zu planen. Nach heftiger Diskussion gab es mit elf Stimmen von SPD, CDU und WUB den denkwürdigen Beschluss, dass die Gemeinde Kasseedorf offiziell Widerspruch gegen die Beschlusslage des Amtes einlegt.

Wie berichtet, hatte der Amtsausschuss am Dienstag mit großer Mehrheit die Weichen gestellt, um zwischen dem Amtsgebäude und dem Dorfmuseum einen weiteren Verwaltungstrakt zu errichten. Für das Bauamt, das bislang offenkundig mehr schlecht als recht in einem gemieteten Haus angesiedelt ist, muss bis 2014 eine neue Lösung geschaffen sein.

Alternative Standorte, darunter eine Nutzung der Schule, hätten sich als untauglich erwiesen, begründete Schwarz die Festlegung auf den Neubau. "Man hat sich doch im Amtsausschuss dazu viele Gedanken gemacht. Ein Bauamt mit viel Publikumsverkehr passt einfach nicht in eine Schule. Dort ist effektiv auch kein Raum frei, seit das Förderzentrum Kastanienhof Mieter geworden ist."

Wie schon im Amtsausschuss wollte Regina Voß (SPD) diese Argumente nicht gelten lassen. Ein Neubau werde Kasseedorf über eine höhere Amtsumlage treffen, die Schule aber werde nur noch von der Hälfte der

früher 300 Kinder besucht. Ihr Fraktionskollege Mirko Strunge attackierte frontal das Amt: "Ich sehe dort nicht den Willen des Sparens."

Falk Herzog (WUB) kritisierte, dass bereits viel Geld in vergebliche Planungen gesteckt worden sei und forderte mehr wirtschaftliches Denken beim Amt. Für eine preisgünstige Lösung dürfe es jetzt "keine Denkverbote" mehr geben.

Massiv in diese Kerbe hieb auch Martin Boesmann (CDU). Die Frage, ob in der Schule Platz fürs Bauamt geschaffen werden könne, müsse von Fachleuten, aber nicht von "Meinungsmachern" geprüft werden. Boesmann in Richtung Amtsausschuss: "Hier wird doch aus dem Bauchgefühl heraus entschieden."

Amtsleiter Brunhöber betonte, dass ein Widerspruch gegen einen Amtsbeschluss nur Sinn mache, wenn das Wohl der Gemeinde gefährdet sei. Das sehe er aber nicht, da für den Neubau das Geld eingesetzt werden solle, das aus dem Verkauf des alten Amtsgebäudes in Neustadt erlöst werde. Davon aber ließen sich die Gemeindevertreter nicht beirren - nur Bürgermeister Schwarz stimmte gegen das Einlegen des Widerspruchs.

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