Neuauflage für Haydns Jahreszeiten

Andreas Karasiak ist lyrischer Tenor.
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Andreas Karasiak ist lyrischer Tenor.

Nach 25 Jahren führt die Eutiner Kantorei am kommenden Sonntag wieder das große Oratorium auf

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07. November 2013, 00:31 Uhr

Exakt ein Vierteljahrhundert ist es her, dass die Eutiner Kantorei das Oratorium „Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn in der St.-Michaelis-Kirche aufgeführt hat. Eine Neuauflage gibt es am kommenden Sonntag (10. November) um 17 Uhr. Karten gibt es noch im Vorverkauf.

Die Aufführung des großen Werkes bestreitet die Kantorei gemeinsam mit dem Hamburger Kammerchor „Cantico“, dessen Leiter Norbert Hoppermann vielen Eutinern noch ein Begriff ist, weil er Kirchenmusiker der katholischen Mariengemeinde war. Es spielt das Orchester der Kantorei mit seiner Konzertmeisterin Anna Melkonyan.

Für die drei anspruchsvollen Solopartien wurden Sylvia Koke (Sopran), der Tenor Andreas Karasiak und der Bassbariton Andreas Wolf verpflichtet. Sylvia Koke war im vergangenen Jahr beim Volkstrauertag-Konzert zu hören, sie sang schon unter der Regie von Sir Colin Davis die „Königin der Nacht“.

Der lyrische Tenor Andreas Karasiak gehört zu den herausragenden deutschen Vertretern seines Fachs, er arbeitete mit Katharina Thalbach, George Tabori, Götz Friedrich (Regie) und Rafael Frühbeck de Burgos, und sang an vielen großen europäischen Opernhäusern.

Der Bassbariton Andreas Wolf, Meisterschüler von Thomas Quasthoff, singt besonders die großen Mozartpartien seines Fachs (Figaro, Leporello) unter Dirigenten wie William Christie, Jordi Savall, Marcus Creed oder Sylvain Cambreling. Er ist zuhause an vielen europäischen Bühnen und Konzertsälen (Theater an der Wien, Mailänder Scala, Marinsky-Theater St. Petersburg, Berliner Philharmonie, Concertgebouw Amsterdam).

„Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn sind die ersten bedeutenden Werke ihrer Gattung nach Georg Friedrich Händel und gehören bis heute zu den populärsten Oratorien überhaupt. Haydn lernte während seiner England-Reisen die dortige Händel-Tradition kennen und war begeistert. Zusammen mit seinem Textdichter Gottfried van Swieten entstanden die beiden Oratorien in den Jahren 1798 bis 1801.

Die Jahreszeiten können, wie es in einem Pressetext heißt, als Gegenstück zur Schöpfung verstanden werden. Die Schöpfung schildert und preist die Erschaffung der Welt und der ersten Menschen, deren vornehmste Pflicht es ist, in der Schöpfung den Schöpfer zu sehen und zu rühmen. Die Jahreszeiten erzählen vom Leben des Menschen in der Natur im Ablauf des Jahres, nach dem Gesetz, das Gott der Welt gegeben hat.

Gleichzeitig sind Haydns Jahreszeiten ein Abbild der menschlichen Existenz. Und die Beschreibung, dass Mensch und Natur im Einklang leben sollten, geben Haydns Jahreszeiten eine besondere Aktualität. Vieles von Haydns Musik gehört bis heute zum „klassischen Fundus“ der Musikliteratur. Seien es Chöre wie der Frühlings-Chor „Komm, holder Lenz“, die Schilderungen von Sonnenaufgang oder Gewitter oder die mitreißende Weinlese (samt dazugehörigem Trinkgelage). Seien es Szenen wie die drastisch in Musik gesetzte Parforce-Jagd oder das Liebesduett der Landleute Hanne und Lukas, oder sei es die große Bassarie am Ende des Oratoriums, in der es um Fragen des Sterbens und ewigen Lebens geht. Karten gibt es noch im Kirchenbüro. Die Konzertkasse ist ab 16 Uhr geöffnet, das Konzert beginnt um 17 Uhr und dauert gut zwei Stunden.

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