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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 00:08 Uhr

Eutin : Nervenkrieg um Fasaneninsel

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Karl-Heinz Schulenburg ist rechtmäßig neuer Eigentümer der Fasaneninsel. Doch ein juristischer Kleinkrieg hindert ihn daran, sie in Besitz zu nehmen.

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2014 | 11:38 Uhr

Karl-Heinz Schulenburg kennt als 88-jähriger Geschäftsmann „viele Schliche“. Die Hartnäckigkeit aber, mit der ihm die vorherige Eigentümerin bis heute den Zugriff auf die von ihm im April ersteigerte Fasaneninsel im Eutiner See verwehrt, macht ihn fassungslos: „Ich hätte nicht geglaubt, was in unserem Rechtsstaat alles möglich ist.“

Rund eine halbe Million Euro hat der Pferdezüchter aus Griebel bei der Zwangsversteigerung für die zwei Hektar große, mit einem sanierungsbedürftigen Anwesen bebaute Insel geboten. Doch gegen den Zuschlag für sein Höchstgebot legte die Kauffrau, die vor gut 20 Jahren in Eutin neben der Insel eine zweite, jetzt auch unter Zwangsverwaltung stehende Immobilie in der Innenstadt erworben hat und nun Presse-Nachfragen ausweicht, monatelang etliche Einwände und Beschwerden gegen das Versteigerungsverfahren ein. Die sind mittlerweile in letzter Instanz gerichtlich für gegenstandslos erklärt worden. Damit gilt der Zuschlag als erteilt, womit Schulenburg unumstößlich neuer Eigentümer der Insel ist.

Doch damit kam er seinem Ziel, die Fasaneninsel als „einmaliges Stück Erde“ und „Geburtsstätte Eutin“ in Besitz zu nehmen und in geordnetem Rahmen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, nur einen kleinen Schritt näher. Denn als sich am 17. September ein Gerichtsvollzieher in Begleitung eines Schlossers und des Schulenburg-Vertrauten Joachim Schrader per Fischerboot zur Insel übersetzen ließ, um dort freie Bahn für den neuen Eigentümer zu schaffen, wurde die Schar am Steg von zwei Männern erwartet. Sie präsentierten einen Vertrag, nach dem ihnen von der Alteigentümerin die Nutzung der Insel für Projekte zur Landesgartenschau und spezielle TV-Produktionen überlassen worden sei. Nach viel Gestikulieren und Telefonieren kehrte die Boot-Expedition unverrichteter Dinge zurück. Schulenburg reagierte empört: „Davon hätte am Versteigerungstermin doch was gesagt werden müssen.“ Dazu die im Amtsgericht zuständige Rechtspflegerin Marianne Schnepel: „Dieser Vertrag war zu der Zeit nicht bekannt.“

Der juristische Kampf geht also weiter. Schulenburg hat Räumungsklage gegen die plötzlichen Pächter eingereicht, hat durch die Zwangsversteigerung Anspruch auf ein Sonderkündigungsrecht.

Fragwürdig ist für ihn auch, wie sehr der Stadt Eutin an der Fasaneninsel und einer konstruktiven Zusammenarbeit mit ihm zu ihrer künftigen Nutzung gelegen ist. Er warte seit Monaten auf ein ernsthaftes Gespräch mit dem Bürgermeister oder Bauamtsleiter. Schulenburg: „Ich habe nicht gegen die Stadt geboten, sondern bin erst eingestiegen, als ihr Vertreter nicht mehr dabei war. Ich stochere mit der Lanze im Nebel, welche Ideen man im Rathaus wohl hat. Damit wurde wertvolle Zeit vertan.“

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