Nein zur Tourismuszentrale

von
30. November 2016, 15:24 Uhr

Bis auf weiteres wird es kein neuntes Mitglied der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZHS) geben. Den Antrag der CDU-Fraktion, dem Zweckverband zum 1. Januar 2017 beizutreten, lehnte der Finanzausschuss der Gemeinde Kasseedorf am vergangenen Dienstag mit den Stimmen von SPD und WUB ab. Bürgermeisterin Regina Voß (SPD) enthielt sich.

Erst am 17. November hatte es eine Bürgerversammlung mit der Frage nach der touristischen Zukunft Kasseedorfs gegeben, deren Teilnehmer die professionelle Vermarktung der Holsteinischen Schweiz als gemeinsames Ziel nannten. Damals war bereits über den Zeitpunkt eines Beitritts diskutiert und nach einem ehrenamtlichen „Redaktions-Team“ gesucht worden, das den Kontakt zu den Mitarbeiter der TZHS halten soll.

„Es geht um die Vermarktung der Holsteinischen Schweiz und Kasseedorf liegt mitten drin“, warb der Vorsitzende Martin Boesmann (CDU) um die Zustimmung des Ausschusses. Er verwies auf das inzwischen fünfköpfige Redaktionsteam, dessen Mitglieder sich bereits im Arbeitskreis Tourismus der Gemeinde engagiert habe. Zudem sehe er die Mitgliedschaft in der TZHS auch als Wirtschaftsförderung. Als Teil der Holsteinischen Schweiz wahrgenommen zu werden, sei auch ein Standortvorteil, wenn Familien oder Unternehmen sich niederlassen wollen. Lothar Moos (WUB) widersprach diesem Gedanken. Mit Hinweis auf den Rückgang der Vermieter in der Gemeinde vertrat er die Auffassung: „Wir haben keine touristische Infrastruktur und somit auch nichts vom Tourismus. Warum sollen wir dafür Geld ausgeben?“

Auch Ute Scharf, Sprecherin der SPD-Fraktion, konnte der Mitgliedschaft in der TZHS nichts abgewinnen: „Für uns sind Wert und Nutzen nicht erkennbar. Die SPD ist dagegen.“ Vielmehr solle die Gemeinde die Möglichkeiten des Lokalportals intensiver nutzen und dort auf sich aufmerksam machen. Svenja Rahlf (SPD) führte die Kosten von insgesamt 10  000 Euro in fünf Jahren an, auf die die CDU die Mitgliedschaft zunächst beschränken wollte. Vielmehr solle das Geld in die Pflege der Internetseite des Amtes Ostholstein-Mitte investiert werden, um dort die Gemeinde besser zu präsentieren. Boesmann entgegnete mit dem Hinweis auf den bisherigen Betrieb der Seiten ohne nennenswerte Entwicklung. Um viele Menschen zu erreichen, komme man um die Großen im Social-Media-Geschäft nicht herum.

„Ich glaube der Zeitpunkt für eine Mitgliedschaft in der TZHS ist noch zu früh. Es gibt viele sehr gute Ideen im Arbeitskreis, die wir zunächst für uns entwickeln sollten“, begründete Bürgermeisterin Voß ihre Enthaltung auf Nachfrage des OHA. Innerhalb der Fraktion vertrete man die Meinung, eine Internetpräsenz sei das vorderste Ziel. Martin Boesmann äußerte sich gegenüber dem OHA enttäuscht über das Verhalten von Bürgermeisterin und SPD-Gemeindevertretern, die sich als Mitglieder des Arbeitskreises in der Diskussion nicht geäußert haben. Boesmann: „Ich hatte immer den Eindruck, wir wollten alle die Mitgliedschaft und es könne nur am ‚Redaktions-Team‘ scheitern.“ Es sei nun am Arbeitskreis Tourismus die Zweifler innerhalb der Gemeindevertretung vom Nutzen der TZHS-Mitgliedschaft zu überzeugen, denn die sei aus seiner Sicht alternativlos für Kasseedorf.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen