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Revier Wüstenfelde bei Eutin : Negativbeispiel im Waldreport

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bund für Umwelt und Naturschutz kritisiert Bewirtschaftung des FFH-Gebiets am Ukleisee – und lobt Lübecker Forst-Modell.

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2016 | 04:00 Uhr

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veröffentlichte gestern den „Waldreport 2016 – Schatten und Licht“. In diesem werden anhand von Fallbeispielen aus elf Bundesländern unter anderem Verstöße gegen Naturschutzgesetze und Prinzipien der naturverträglichen Forstwirtschaft dokumentiert. Zwei Beispiele – ein negatives und ein positives – kommen auch aus Schleswig-Holstein; genauer: aus Eutin und Lübeck.

Der Waldreport stellt im Kreis Ostholstein einen Fall in einem europäischen FFH-Schutzgebiet (Revier Wüstenfelde am Ukleisee) vor, in dem auf fast zwei Hektar Fläche der Waldboden mit Maschinen komplett freigelegt worden ist. „Angeblich habe dies der Naturverjüngung dienen sollen, tatsächlich wurde ein bereits stattgefundener Aufwuchs mit Jungbuchen völlig vernichtet“, sagt BUND-Landesgeschäftsführer Ole Eggers. Es sei traurig, dass Schleswig-Holstein mit Wüstenfelde „ein Negativbeispiel zum Report beisteuern konnte“. „Wir sind noch weit von naturverträglicher Waldwirtschaft entfernt. Besonders bitter ist dies in den Wäldern der Landesforsten mitanzusehen. Gerade im öffentlichen Wald sollten Gemeinwohl-Belange, also Erholung und Naturschutz etwa, das Handeln bestimmen und nicht nur Profitmaximierung“, sagt Eggers.

Im Norden sei aber auch ein bundesweit bedeutsames Positiv-Beispiel zu finden: der Stadtwald Lübeck. „Auf rund 5000 Hektar kann man hier hautnah mitverfolgen, dass sich Ökologie und Ökonomie sinnvoll ergänzen können“, sagt Tobias Langguth, Naturschutzreferent beim BUND Schleswig-Holstein. Die in Lübeck praktizierte naturnahe Waldnutzung erhalte die ökologischen Funktionen des Waldes und biete viele Erholungsfunktionen für die Bürger. „Das ist echte Nachhaltigkeit: ökologisch, ökonomisch und sozial – das wünschen wir uns für alle Wälder in Schleswig-Holstein“, sagt Langguth.

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