zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 10:25 Uhr

Naturschutz : Naturweide am Redingsdorfer See

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

16 Hektar zwischen Vinzier und Gömnitz werden in Grünland verwandelt und mit schottischen Hochlandrindern extensiv beweidet

von
erstellt am 17.Dez.2013 | 00:35 Uhr

16 Hektar Acker- und Wiesenfläche im Hügelland nördlich des Redingsdorfer Sees werden in diesen Wochen in eine naturnahe Weidelandschaft verwandelt. Mit extensiver Bewirtschaftung, einer Sanierung eines Gewässergrabens sowie einem oder zwei neuen Laichgewässern soll das Gelände zum Lebensraum für geschützte Pflanzen und Tiere – von der Rotbauchunke über den Kammmolch bis zum Neuntöter, von der Sumpfdotterblume bis zur Kuckuckslichtnelke – werden.

Vor zwei Jahren, als die Preise für landwirtschaftliche Flächen noch niedriger waren, kauften die Stiftung Naturschutz und der Kreis Ostholstein die Fläche von einem Gömnitzer Landwirt: Vier Hektar Wiese und zwölf Hektar sandiger Moränenboden. Nach dem Ende von Pachtverpflichtungen begannen gestern die Arbeiten für die Umgestaltung der Fläche, die komplett zu Grünland werden soll.

Neben der Aussaat von Weide gehört die Sanierung eines Wasserlaufes, die Beseitigung von Drainagen, die Schaffung von einem oder zwei Amphibienteichen, die Anlegung eines 190 Meter langen Knicks mit Schlehe, Hasel, Weißdorn und Eiche sowie die Einzäunung des Geländes zu den geplanten Projekten. Die wurden von Gerrit Werhahn, Projektmanager der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein , und Joachim Siebrecht, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Ostholstein, im Beisein von Journalisten und Vertretern der Gemeinde Süsel vorgestellt. Außerdem sollen Lesesteinhaufen als Winterquartiere für Amphibien angelegt werden.

Zur Schaffung der Weide werde eine spezielle Gräser- und Kräutermischung verwendet, die aus Wildbeständen der Region gewonnen worden sei, sagte Werhahn. Für die Beweidung sollen Schottische Hochlandrinder des Bujendorfer Landwirts Bernd Deckert auf die Fläche ziehen.

Mit Blick auf das giftige Jakobskreuzkraut, das sich im Naturschutzgebiet Barkauer See massenhaft verbreitet und öffentliche Proteste von Anliegern sowie Imkern provoziert hat, sagte Werhahn: „Es ist nicht unser Ziel, das Jakobskreuzkraut auszurotten, es gehört zu den heimischen Pflanzenarten, und gar nicht in Frage kommt eine chemische Bekämpfung.“ Eine massenhafte Verbreitung könnte aber mit mechanischen Maßnahmen begegnet werden, außerdem werde auch eine dichte Grasnarbe die Ausbreitung solcher Kräuter bremsen.

Elf der 16 Hektar, die direkt an der Straße zwischen Vinzier und Gömnitz liegen, wurden vom Kreis mit Geld erworben, das Bauherren aus Ausgleich für Landschaftseingriffe zahlen mussten. Fünf Hektar können noch von Bauherren als Ausgleich geltend gemacht werden, wobei die Ausgleichsagentur – eine Tochter der Stiftung Naturschutz – sogenannte Ökokonten verwaltet, über die finanzieller Ausgleich für bauliche Eingriffe geleistet werden kann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen