Naturparkhaus: Eutin im Vorteil?

Das Uhrenhaus (Archivfoto) ist das Naturparkhaus. Es gibt starke Bestrebungen, die Einrichtung nach Eutin zu verlegen.
Das Uhrenhaus (Archivfoto) ist das Naturparkhaus. Es gibt starke Bestrebungen, die Einrichtung nach Eutin zu verlegen.

Naturparkverein hat über Verbleib in Plön oder Umzug nach Eutin noch keine Entscheidung gefällt / Lars Winter kämpft für Uhrenhaus

von
14. August 2018, 11:46 Uhr

Über den künftigen Standort der Zentrale des Naturparks Holsteinische Schweiz ist noch keine Entscheidung gefallen. Aber nach einer Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung des Trägervereines am Montagabend in Eutin ist klar, dass die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten fallen wird: Der Verbleib im Uhrenhaus im Plöner Schlossgebiet oder ein Umzug unter das Dach der Opernscheune in Eutin.

Nach Auskunft von Landrat Reinhard Sager, stellvertretender Vorsitzender des Naturparkvereines, ist in der nicht öffentlichen Sitzung die Entscheidung gefallen, dass die Kosten für beide Wege – Verbleib oder Umzug nach Eutin – exakt aufgelistet und verglichen werden.

Damit kam der Verein einer Forderung des Plöner Bürgermeisters Lars Winter nach, der naturgemäß für einen Erhalt des Naturparkhauses in dem ehemaligen Reitstall im Schlossgebiet kämpft. Er will, wie Winter dem OHA sagte, alle Zahlen auf den Tisch, welche Kosten mit der jeweiligen Lösung verbunden sind.

Dabei wird allerdings auch eine Rolle spielen, wie ein Gerichtsurteil in einem Streit zwischen der Eigentümerin und dem Naturparkverein als Nutzer des Uhrenhauses aussieht: Eine Entscheidung ist mehrfach verschoben worden, aktuell gilt Anfang Oktober als Termin.

Zur Erinnerung: Im Dachstuhl des 1774 gebauten und 1996 von der Marius-Böger-Stiftung sanierten Reitstalles ist vor drei Jahren Holzwurmbefall festgestellt worden. Der Naturparkverein zahlt keine Miete, muss aber Betriebskosten sowie Gebäudeunterhaltung finanzieren.

Die Übernahme der kompletten Kosten für die Beseitigung der Holzwurmschäden wollte der Verein aber nicht allein übernehmen, sondern sich mit der Hausgemeinschaft teilen, zu der neben dem Naturparkverein die Eigentümer von sechs Eigentumswohnungen zählen. Der Verein sagt im Widerspruch zur Stiftung, dass der Holzwurm nicht durch den Naturparkverein eingeschleppt worden sei. Die Stiftung hatte dem Verein im vergangenen Jahr schon eine außerordentliche Kündigung zum 31. März 2017 geschickt.

Für Plöns Bürgermeister ist mit dem gestörten Verhältnis zur Hauseigentümerin noch keine Entscheidung gegen einen Verbleib des Naturparks im Uhrenhaus gefallen. Er sei der Überzeugung, dass die Verantwortlichen miteinander sprechen müssten und nicht nur über Rechtsanwälte kommunizieren dürften. Da komme selten etwas Gutes heraus.

Zugleich ahnt Winter, dass Eutin im Duell der beiden Standorte die Nase vorne haben könnte: „Der Vorstand des Naturparkvereins will mehrheitlich weg von Plön,“ hatte er Montagmorgen im Internet veröffentlicht.

Die Befürworter von Eutin machen geltend, dass in den Räumen in der Eutiner Opernscheune, die für den Einzug der Zentrale des Naturparks angeboten wurden, viel mehr Platz zur Verfügung stünde. Außerdem seien Küchengarten, der geplante außerschulische Bildungsort Vogthaus und die Integrierte Station Holsteinische Schweiz in unmittelbarer Nähe. Nicht zuletzt werden die vielen Parkplätze unmittelbar an der Scheune in die Waagschale geworfen.

Unabhängig von der Standortfrage der Zentrale werde es eine neue Ausstellung geben, die vorhandene im Uhrenhaus sei in die Jahre gekommen, sagte Landrat Sager weiter. Die drei Landkreise Ostholstein, Plön und Segeberg hätten Geld für die Entwicklung eines Konzeptes bereitgestellt und einem darauf spezialisierten Planungsbüro einen Auftrag erteilt. Eine neue Ausstellung im kommenden Jahr sei ratsam, weil das Land speziell für Naturparks einen Fördertopf aufgestellt habe. Noch in diesem Jahr, vermutet Sager, werde die Entscheidung fallen, ob die neue Ausstellung auch an einem neuen Standort oder noch in Plön verwirklicht werde.

Reinhard Sager berichtete weiter von Überlegungen, wie man den Naturpark in der Fläche präsenter machen könne. Er sei überzeugt, dass ein Info-Mobil des Naturparks eine gute Lösung sein könnte.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen