Nahrhaftes auf dem Stundenplan

An den Geschmack von Brokkoli müssen sich einige Schüler noch gewöhnen, doch insgesamt schmeckte ihnen das Festmahl.
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An den Geschmack von Brokkoli müssen sich einige Schüler noch gewöhnen, doch insgesamt schmeckte ihnen das Festmahl.

Projekt „Gesund mit Genuss“ an der Rodomstorschule vermittelt Grundlagen gesunder Ernährung / Schüler kochen mit Robert Stolz

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16. Juli 2015, 13:19 Uhr

Der Speiseplan für das gemeinsame Mittagessen liest sich am Ende wie aus einem Restaurant mit gehobenen kulinarischen Ansprüchen: Als Vorspeise gibt es einen Eisberg-Salat mit Orangen-Joghurt Dressing, dazu Tomaten und Gurken. Zum Hauptgang werden dann mit Tanduri Masala gewürzte Hähnchenkeulen gereicht, dazu als Beilage wahlweise Rosmarinkartoffeln oder Kartoffelgratin, Brokkoli und dicke Bohnen. Und wer danach noch immer nicht satt ist, kann als Dessert einen Vanillepudding mit Erdbeeren genießen. Doch dieses 3-Gänge-Menü ist nicht etwa in einer Gourmetküche entstanden, sondern im Speiseraum der Rodomstorschule. Hier haben insgesamt 20 Schüler der Klasse 4c zusammen mit dem Sternekoch Robert Stolz den gesamten Donnerstagmorgen lang ihr ganz persönliches Festmahl zubereitet. Dieses bildet den Höhepunkt und zugleich den Abschluss der Projektwoche „Gesund mit Genuss“, in der die Kinder Grundlagen für eine gesunde und gleichwohl leckere Ernährung kennengelernt haben. Offensichtlich mit Erfolg, denn die gezauberten Gerichte sind nicht nur nahrhaft, sondern schmecken den kleinen Köchen auch richtig gut.

„In der Realität hört man leider immer wieder von Kindern, die mittags gar keine warme Mahlzeit mehr bekommen oder sich nur von irgendwelchen Fertigprodukten ernähren“, sagt der gelernte Koch Karl-Heinz Pliete, dessen Sohn in die 4c geht. Daher hat Pliete zusammen mit Klassenlehrerin Swantje Schweim-Günther schon vor gut eineinhalb Jahren die Idee für eine Themenwoche entwickelt, um den Schülern die selbstständige Zubereitung von Nahrungsmitteln näher zu bringen. „Wir wollten allerdings auch allgemeine Fragen zur Ernährung behandeln, etwa: Warum schmecken Lebensmittel unterschiedlich? Und was ist für eine gesunde Ernährung wichtig?“, erklärt Swantje Schweim-Günther.

Entsprechend können die Kinder nun auf eine abwechslungsreiche Woche zurückblicken. Auf dem Programm standen etwa Geschmacksübungen, themenbezogene Gruppenarbeiten oder der gemeinsame Einkauf auf dem Plöner Markt. Und auch was sie gerne einmal kochen würde, hat die Klasse komplett allein entschieden. Die Liste wurde dann mit Robert Stolz abgestimmt, zu dem Karl-Heinz Pliete den Kontakt herstellte. „Wir kannten uns vorher nicht. Er kam einfach in mein Restaurant und hat mich gefragt, ob ich bei der Aktion dabei wäre“, erzählt Stolz. Er hätte daraufhin sofort zugesagt, schließlich sei gesundes und nachhaltiges Kochen keine Zauberkunst, sondern müsse nur richtig vermittelt werden. „Ich sehe das Projekt daher auch als eine sinnvolle pädagogische Maßnahme, aber natürlich darf der Spaß nicht zu kurz kommen.“

Dass das funktioniert, wird spätestens in der Abschlussrunde nach dem Dessert deutlich. Als die Kinder gefragt werden, was sie gut fanden, und was eher schlecht, sind die Reaktionen eindeutig: „Ich fand eigentlich alles gut“, ist da die meistgegebene Antwort der Viertklässler. Und auch die Organisatoren ziehen ein positives Fazit. Nur Robert Stolz wundert sich beim Blick auf die leeren Teller immer noch, dass die Kinder überhaupt Salat machen wollten und den dann auch noch gegessen haben. Und ergänzt mit der Erfahrung aus zwölf Jahren als Küchenchef des gleichnamigen Restaurants am Markt mit einem Lächeln: „Bei uns wollen die Kinder eigentlich nie Salat.“

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