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Eutin und Malente : Nähnadeln in Fleisch – Verdächtige legt Geständnis ab

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Verärgerung über Massentierhaltung war ihr Motiv: Die 60-Jährige, die in Eutin und Malente (Kreis Ostholstein) Fleischpackungen mit spitzen Nadeln gespickt haben soll, gesteht die Tat.

Eutin/Malente | Nach Informationen des sh:z hat die 60 Jahre alte Verdächtige ein umfassendes Geständnis abgelegt. Motiv der Frau aus Bad Malente (Kreis Ostholstein) soll Verärgerung über Massentierhaltung gewesen sein. Ob sie heute wieder auf freien Fuß kommt, ist noch unklar. Sie ist offenbar psychisch krank.

In 20 Fällen sind abgepackte Waren von ihr mit Nähnadeln gespickt worden. Begonnen hatte sie damit vor elf Monaten, betroffen waren Supermärkte in Eutin und Bad Malente, darunter Rewe, Netto, Aldi und Sky. Eine Frau hatte sich beim Verarbeiten von Hackfleisch leicht an der Hand verletzt, eine 17-Jährige bemerkte beim Essen von gebratenem Hack gerade noch rechtzeitig eine Nadel im Mund.

Nachdem sich die Beschwerden von Kunden gehäuft hatten, begann die Polizei zu ermitteln. Sie installierte nachts unter größter Geheimhaltung Kameras über den Fleischtheken. In den jeweiligen Supermärken war nur ein kleiner Kreis von Mitarbeitern eingeweiht.

Die Tatverdächtige hatte sich nach der Veröffentlichung der Fahndungsbilder selbst bei der Polizei gemeldet. Allerdings hatte es auch bereits Zeugenhinweise auf die Frau gegeben.

Der Verdacht, dass die Malenterin Komplizen haben könnte, hat sich nicht bestätigt. Ein Ahrensböker (45) war im Mai bei verdächtigen Handgriffen an der Theke gefilmt worden. Doch mit den Nadel-Attacken hatte er nichts zu tun. Auch seine Freundin (25) und eine Bekannte (52), deren Wohnungen durchsucht worden waren, sind unschuldig.

Auf scharfe Kritik stößt unterdessen das Vorgehen der Polizei. Aus ermittlungstaktischen Gründen hatte man die Bevölkerung nicht gewarnt.  „Wie schön, dass man ein Jahr lang munter Fleisch - und Wurstwaren eingekauft hat, ohne zu wissen, dass sich darin eventuell Nadeln befinden könnten“, schreibt Patricia Schmidt auf der sh:z-Facebookseite. „Unglaublich.“

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erstellt am 15.09.2014 | 12:00 Uhr

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