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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 10:55 Uhr

Nachwuchs gewinnen – aber wie?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Politik, Verwaltung und Feuerwehren ringen um ein Konzept, wie sie die Personalstärke der Brandbekämpfer sichern können

Gleich mehrere brisante Themen hatte der noch junge Feuerwehrausschuss bei seiner Sitzung am Donnerstag im Dorfgemeinschaftshaus auf der Tagesordnung. Für einen davon hatte Gemeindewehrführer Bernd Penter gesorgt: Er beklagte Kommunikationsprobleme mit der Verwaltung, hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass etliche Malenter, vorwiegend Feuerwehrleute, die Sitzung besuchen würden.

„Ich war nicht darauf vorbereitet, dass wir mit unserem Ausschuss eine so große Öffentlichkeit erreichen“, gestand Penter. Wohl auch deswegen mochte er nicht ins Detail gehen, beklagte allerdings: „Ich bin einige Male von der Kommunikation abgeschnitten gewesen.“ Störungen in der Kommunikation habe es bei Themen wie dem Haushalt betreffend die Feuerwehr, der Instandhaltung von Feuerwehrgerätehäusern und der Anschaffung von Fahrzeugen gegeben. Der Feuerwehrchef räumte aber auch ein: „Vielleicht bin ich manchmal etwas forsch gewesen.“

Koch nannte die Diskussion „etwas globalkonkret“, nannte aber steigende Arbeitsbelastung als einen möglichen Grund für die Dissonanzen: „Was wir feststellen, ist, dass wir einen erheblichen zusätzlichen Zeitaufwand mit der Feuerwehr haben.“ Ein Beispiel sei die gesetzlich vorgegebene Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplans. Koch schlug vor, die Dinge in kleiner Runde mit Verwaltung, Gemeindewehrführer und dem Ausschussvorsitzenden Peter Blenski (CDU) aufzuarbeiten und dem Ausschuss über die Ergebnisse zu berichten. Dem folgte das Gremium.

Ebenfalls zusammensetzen wollen sich dieselben Beteiligten beim Thema Öffentlichkeitsarbeit – vorwiegend unter dem Aspekt, wie neue Mitglieder gewonnen werden können. Die Diskussion zu diesem Thema zeugte von großer Ratlosigkeit, auch wenn man in Kreuzfeld ein Musterbeispiel für gelungene Nachwuchsarbeit vor Augen hat. Denn die Personalstärke der Kreuzfelder Wehr unter Andree Bendrich wächst und wächst. „Es ist schön, das Kreuzfeld landesweit in aller Munde ist, doch das gelingt nicht überall“, erklärte Penter. Besonders prekär ist die Lage in Neukirchen, wo Penter die Wehr jüngst wegen mangelnder Einsatzstärke bei der Gemeinde abmeldete (wir berichteten). Der Vorschlag sowohl von Peter Sauvant (Grüne) als auch Blenski, durch eine Zusammenarbeit mit den Schulen neue Mitglieder zu gewinnen, stieß bei den Praktikern auf Skepsis: „Ich glaube nicht, dass wir das mit unserer Personalstärke schaffen“, erklärte Katja Weichert (Grüne), stellvertretendes Ausschussmitglied und Feuerwehrfrau, ähnliche Bedenken äußerte Thorsten Rosplesch, stellvertretender Gemeindewehrführer und Ausschussmitglied für die CDU. Fest steht nur, dass etwas passieren muss. Das war den warnenden Worten des Bürgermeisters deutlich zu entnehmen: „Wenn unsere Feuerwehren die Mindesteinsatzstärken unterschreiten, haben wir ein Riesenproblem in Malente.“

Wenig Neues gab es zur Situation in Neukirchen: „Der Stand ist, dass die Auflösung verhindert werden soll“, wiederholte Penter die Aussagen bei der Jahresversammlung der Wehr Mitte Januar. Trotz der Abmeldung der Wehr sei diese weiterhin im Einsatz, bekräftigten Penter und Koch. Sie rücke weiterhin gemeinsam mit der benachbarten Sieversdorfer Wehr aus. Nun wolle man versuchen, die Neukirchener noch einmal zu überzeugen, wie wichtig es sei, in die Wehr einzutreten, führte Koch aus. Gelinge dies nicht, werde er dafür sorgen müssen, dass die Anerkennung der Wehr widerrufen werde. „Bis März soll Klarheit herrschen“, stellte der Verwaltungschef klar. Angesichts der vergangenen Versuche, neue Mitglieder zu werben, zeigte sich Koch allerdings wenig optimistisch: „Ich bin nicht voller Euphorie, dass es gelingen wird.“

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erstellt am 01.Feb.2014 | 00:31 Uhr

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