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Nacharbeit gefordert: Weber-Café hat noch keine Baugenehmigung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das neue Eigentümerpaar des geschichtsträchtigen Carl-Maria-von-Weber-Hauses hat zwar große Pläne für die Zukunft, was die Verbindung von Kaffee und Kultur ab Sommer im Weber-Cafe angeht (wir berichteten). Doch Donnerstagabend wunderten sich die Ausschussmitglieder, weshalb sie nichts von dem Projekt in der entsprechenden Vorlage der geplanten Bauvorhaben lesen konnten. Susanne Stange vom zuständigen Fachbereich im Bauamt klärte auf und sorgte für Erstaunen: „Es liegt noch kein Bauantrag vor und demzufolge gibt es auch noch keine Baugenehmigung für das Vorhaben.“ Die große Entrümpelungsaktion samt Container blieb in unmittelbarer Nähe der unteren Denkmalschutzbehörde im Kreishaus direkt gegenüber nicht unbemerkt. Was passiert in so einem Fall? „Wir haben Kontakt zu ihm aufgenommen und ihm deutlich gemacht, das mehr nicht ohne Antrag passieren kann“, so Stange.

Bilder der Bauaufsicht vom Ist-Zustand dokumentierten, wie das Gebäude derzeit von Innen aussehe. Er habe sich einsichtig gezeigt und einen Architekten für weitere Planungen eingeschaltet. Auf den Besuch der Bauaufsicht angesprochen, sagt Marco Scharge: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen.“ Eine Baugenehmigung, davon ist der Bauherr überzeugt, brauche er nicht. Denn: „Die braucht man, wenn man das Gebäude verändert, also zum Beispiel den Dachstuhl oder tragende Balken entfernt.“ Auch wenn man das betroffene Gebäude anders als bisher nutzen möchte, bedürfte es einer Baugenehmigung, erklärt Scharge. „Auch das, was wir jetzt machen“, verweist der Bauherr auf die Sanierungsmaßnahmen im Bereich Elektrik, Fußboden und Heizung des Weber-Hauses, „ist nicht beantragungspflichtig, das sind alles Arbeiten im Sanierungsbereich.“

Marco Scharge vermutet, dass sich besorgte Bürger an das Bauamt gewendet hatten, nachdem sie die 30-Kubikmeter-Container mit Bauschutt am Weberhaus haben stehen sehen. „Und das sieht natürlich wild aus. Aber jeder, der schon mal ein Haus saniert hat, kennt das.“ Für die Nachfragen der Bauamtsmitarbeiter hat Marco Scharge aber Verständnis.

Mit einer freiwilligen Bauanzeige will er gemeinsam mit einem Architekten jetzt für mehr Transparenz seiner Arbeiten im Haus sorgen. „Die gewünschte Bauanzeige wird oft verwechselt mit dem Bauantrag.“ Für die Behörden sei eine Bauanzeige deswegen wünschenswert, „weil sie ihnen gewissermaßen den Rücken freihält“, erklärt Scharge. Denn mit seiner Unterschrift fielen dem Planer danach alle Rechte und Pflichten zu, „wenn mir zum Beispiel irgendwann das Dach auf den Kopf fällt“. Aus der Verwaltung heißt es dazu auf Nachfrage allerdings: „Für die Nutzung des Cafés im Erdgeschoss ist ein Bauantrag vonnöten, da die bisherige Nutzung länger als drei Jahre her ist.“

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erstellt am 04.Feb.2017 | 00:50 Uhr

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