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Nach Überfall: Furcht vor weiteren Angriffen auf Juden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 18.Jan.2016 | 14:06 Uhr

Nach dem Angriff auf einen Juden (49) im Fährhafen von Puttgarden kommen die beiden mutmaßlichen Täter laut Staatsanwaltschaft Lübeck ihren Meldeauflagen nach. Der Syrer (30) und der Afghane (19) hatten den Geschäftsmann, der seine Kippa trug, auf arabisch als „Jude“ beschimpft, dann zu Boden gerissen und ausgeraubt.

Einen Haftbefehl setzte das Amtsgericht Lübeck mit der Auflage aus, sich täglich bei der Polizei zu melden. Das LKA hat im vergangenen Jahr 34 Taten mit antisemitischem Hintergrund gezählt, Personen wurden nicht verletzt. In den jüdischen Gemeinden im Norden geht die Sorge um, dass mit den Flüchtlingen teilweise ein Israel- und Judenhass importiert wird. Walter Blender, Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden: „Viele jüdische Mitbürger tragen bereits ihre Kippa nicht mehr – aus Angst, auf größere Gruppen von Flüchtlingen zu treffen.“ Mit Blick auf ein friedliches Nebeneinander der Kulturen sagte er: „Wir kommen nicht darum, Flüchtlingen eine Art Rechts-, Moral- und Kulturkunde zu vermitteln, bei der in einem Gewissensgespräch auch abgeklopft wird, wie sie zu unseren Werten stehen.“

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