Leserbriefe unter falschem Namen : Nach einem Jahr kehren Mihlan und Müller zurück zu den Grünen

Die Bündnis-Grünen im Kreis Plön sowie Dennis Mihlan und Andreas Müller sind wiedervereint.
Die Bündnis-Grünen im Kreis Plön sowie Dennis Mihlan und Andreas Müller sind wiedervereint.

Dennis Mihlan und Andreas Müller hatten Leserbriefe unter falschen Namen veröffentlicht , die Grünen hält das nicht davon ab, sie wieder aufzunehmen und ihnen Verantwortung zu übertragen.

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13. Juni 2021, 17:20 Uhr

Plön | Sie haben vor einem Jahr die grüne Fraktion in Schwentinental verlassen und eine eigene Wählergemeinschaft aufgemacht. Von der grünen Kreistagsfraktion sind sie jetzt wieder aufgenommen worden. Die ehemals nach dem Schreiben von Leserbriefen mit falschen Namen zurückgetretenen Kreistagsabgeordneten Dennis Mihlan und Andreas Müller mischen augenscheinlich wieder in der Plöner Kreispolitik mit – aber hier wieder für die Grünen als stellvertretende Ausschussmitglieder.

Weiterlesen: Grünen-Politiker fälschen Leserbriefe – und werden erwischt

Der ehemalige Schwentinentaler Bürgervorsteher Dennis Mihlan und der ehemalige grüne Fraktionschef in der Schwentinentaler Stadtvertretung, Andreas Müller, hatten vor zwei Jahren von sich reden gemacht, als sie in den Kieler Nachrichten Leserbriefe unter falschen Namen veröffentlichten, dabei aufgeflogen und später als grüne Kreistagsabgeordnete zurückgetreten waren.

Dennis Mihlan.
Dennis Mihlan.

Dennis Mihlan und Andreas Müller sind von Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam als weitere stellvertretende Mitglieder für folgende Ausschüsse vorgeschlagen worden: Hauptausschuss, Bau- und Umweltausschuss, Wirtschaftsausschuss, Finanzausschuss, Schulausschuss und Ausschuss für Gleichstellung. Die Wahl erfolgte mit 41 Ja-Stimmen jeweils einstimmig.

müller, andreas

Erst vor einem Jahr waren Mihlan und Müller aus der Fraktion der Grünen in Schwentinental ausgetreten – wegen Differenzen bei der Umsetzung grüner Politik, wie es damals hieß. Mihlan war zum Zeitpunkt des Schreibens der Leserbriefe unter falschen Namen als Kandidat der mit acht Vertretern größten Fraktion in der Stadtvertretung zum Bürgervorsteher in Schwentinental gewählt worden – ein Amt, das er im Verlauf der druckvollen Debatte um die Leserbriefe abgab. Müller war Fraktionschef der Grünen und Vorsitzender des städtischen Hauptausschusses. Beide gründeten in der Stadt Schwentinental ein Jahr nach dem Leserbrief-Eklat mit ihrem Austritt aus der grünen Stadtfraktion eine eigene Fraktion.

Mihlan und Müller bedauerten die Vorfälle

In dem Leserbrief-Skandal hatte sich vor zwei Jahren der Grünen-Kreisverband sogar zu einer Krisensitzung getroffen. Dort sei entschieden worden, dass beide ihre Kreistagsmandate behalten, was sich aber auch über die Zeit nicht durchhalten ließ. Der Druck wurde zu groß. Mihlan und Müller bedauerten die Vorfälle zutiefst, „halten sie uns doch einen Spiegel vor für einen politischen Stil, den wir selbst wiederholt kritisiert haben und von dem wir nie wollten, dass er unserer würde.“

Zusammenarbeit scheint wieder möglich

Kreisvorsitzender Martin Drees nahm damals „mit großer Erleichterung zur Kenntnis, dass beide nun die Verantwortung übernehmen und Konsequenzen tragen“. Und der grüne Fraktionschef Axel Hilker freute sich, dass Mihlan und Müller „reinen Tisch“ gemacht hätten. Für die Kreistagsfraktion sei klar, so Hilker noch vor zwei Jahren, dass eine weitere Zusammenarbeit nur möglich sein würde, wenn alle Vorgänge aufgeklärt und die Verantwortlichkeiten klar benannt werden. Das scheint geschehen.

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