Kreis Ostholstein : Nach Busunfall mit Rettungswagen: 22-Jähriger stirbt in Klinik

<p>Der Bus schlitterte in eine Böschung. Die Front wurde stark beschädigt, Teile des Rettungswagens durchbrachen die Scheibe.</p>

Der Bus schlitterte in eine Böschung. Die Front wurde stark beschädigt, Teile des Rettungswagens durchbrachen die Scheibe.

Der Reisebus war hauptsächlich mit Kindern und Jugendlichen aus Hessen besetzt. Sie waren auf dem Weg ins Ferienlager.

shz.de von
02. Juli 2018, 13:41 Uhr

Lübeck | Nach einem schweren Busunfall auf der Landesstraße 58 nördlich von Lübeck musste die Polizei mitteilen, dass einer der Insassen seinen lebensgefährlichen Verletzungen erlegen ist. Er verstarb am Montag in einer Lübecker Klinik. Der 22-jährige Betreuer war in dem Bus, der am Samstagabend mit einem Rettungswagen kollidierte. Dabei wurden insgesamt 52 Menschen verletzt, darunter hauptsächlich Kinder und Jugendliche aus Hessen. Neben dem 22-jährigen Mann wurde auch ein Kind in die Klinik geflogen.

Der Bus war am Samstagabend mit 38 Kindern, mehreren Betreuern und dem Fahrer auf dem Rückweg von den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg in ein Ferienlager, als er mit dem Rettungswagen kollidierte. Nach derzeitigem Stand gab es 42 leicht Verletzte und neun mittelschwer Verletzte. Die beteiligten Kinder sind Polizeiangaben zufolge im Alter von zwölf bis 14 Jahren. Sie stammen mehrheitlich aus dem Schwalm-Eder-Kreis südlich von Kassel.

In der Ortschaft Rüting in der Gemeinde Grömitz (Kreis Ostholstein) kam dem Reisebus ein Rettungswagen im Einsatz entgegen. Ersten Polizeierkenntnissen zufolge wollte ein vor dem Bus fahrender Autofahrer nach links abbiegen, wartete aber, um den Rettungswagen passieren zu lassen. Den Ermittlungen zufolge soll der Busfahrer daraufhin in den Gegenverkehr gefahren sein, um dem stehenden Auto auszuweichen. Dabei kam es gegen 18.40 Uhr am Samstag zur Kollision.

Der Reisebus liegt nach einem Zusammenstoß mit einem Rettungswagen auf der Landesstraße 58 zwischen Lensahn und Cismar im Straßengraben.
dpa

Der Reisebus liegt nach einem Zusammenstoß mit einem Rettungswagen auf der Landesstraße 58 zwischen Lensahn und Cismar im Straßengraben. In der Frontscheibe steckt die Seitenwand des Rettungswagens.

 

Der Bus schlitterte laut Polizei in eine Böschung. Die Front wurde stark beschädigt, Teile des Rettungswagens durchbrachen die Scheibe. Der Rettungswagen sei durch die Wucht des Aufpralls umgekippt und noch einige Meter über die Straße geschleudert worden, sagte ein Polizeisprecher.

Die Wucht des Aufpralls war groß, der Rettungswagen kippte auf die Seite.
Arne Jappe

Die Wucht des Aufpralls war groß, der Rettungswagen kippte auf die Seite.

Eine Seitenwand am hinteren Teil des Fahrzeuges und eine Tür am Heck wurden abgerissen. „So einen zerschossenen Rettungswagen habe ich noch nicht auf der Straße liegen sehen“, sagte Dierk Dürbrook, Sprecher der Polizei Lübeck, am Sonntag.

Seitenwand und Teile des Hecks wurden abgerissen.
Daniel Friederichs

Seitenwand und Teile des Hecks wurden abgerissen.

Neben der Feuerwehr und mehreren Polizeiautos waren Dürbrook zufolge 36 Rettungsfahrzeuge am Unfallort. Zwei Hubschrauber brachten die Schwerverletzten in Krankenhäuser. „Das war ein einziges Blaulicht-Geflimmer“, sagte Dürbrook. Die Leichtverletzten seien noch an der Unfallstelle untersucht worden, die Mehrzahl von ihnen musste nicht ins Krankenhaus. „Den allermeisten ist glücklicherweise nicht viel passiert“, betonte der Sprecher. Sie erlitten demnach vor allem Prellungen oder einen Schock.

Andere Leichtverletzte wurden in Kliniken gebracht, wie die Regionalleitstelle der Feuerwehr mitteilte. Darunter war auch die zweiköpfige Besatzung des Rettungswagens.

Mehrere Mitfahrer aus dem Bus wurden noch am Abend zurück ins Ferienlager gebracht, wo sie nach Angaben der Regionalleitstelle seelsorgerisch betreut wurden. Ein Gutachter war an der Unfallstelle vor Ort, die Polizei ermittelt zur Unfallursache.

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