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Nach Anschlag auf BVB-Bus: Ein Islamist festgenommen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zweiter Tatverdächtiger im Visier der Ermittler / Merkel: „Widerwärtige Tat“ / Dortmund unterliegt Monaco 2:3

von
erstellt am 12.Apr.2017 | 18:35 Uhr

Der Terroranschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat möglicherweise einen islamistischen Hintergrund. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wurde ein Islamist festgenommen. Seine Wohnung sowie die eines zweiten Tatverdächtigen aus dem islamistischen Spektrum seien durchsucht worden, sagte Behördensprecherin Frauke Köhler. Sie sprach von einem terroristischen Hintergrund der Tat. Die genaue Motivlage des Anschlags sei aber noch unklar.

Bei dem Sprengstoffanschlag mit zwei Verletzten bohrte sich auch ein Metallstift in die Kopfstütze eines Sitzes im Mannschaftsbus des Bundesligisten. „Wir können daher von Glück sagen, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, sagte Köhler.

Beide Tatverdächtige sollen aus der nordrhein-westfälischen Islamisten-Szene stammen – ein 25-jähriger Iraker aus Wuppertal und ein 28-jähriger Deutscher aus Fröndenberg (Kreis Unna). Beiden werde eine Nähe zur Terrororganisation Islamischer Staat vorgeworfen. Die Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen schlossen weitere Taten nicht aus und blieben in Alarmbereitschaft. Das Bundesinnenministerium hatte aber keine Hinweise auf eine besondere Bedrohungslage.

Trotz aller beunruhigenden Nachrichten vermittelten die Verantwortlichen des BVB mit voller Vehemenz eine Botschaft: Kein Einknicken! „Wir wollen zeigen, dass Terror und Hass unser Handeln niemals bestimmen dürfen“, betonte Club-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. In einem Telefonat mit Watzke wünschte auch Kanzlerin Angela Merkel der Mannschaft, den Trainern und Fans alles Gute – und verurteilte den Anschlag als „widerwärtige Tat“.

Große Fragen werfen weiterhin unterschiedliche Bekennerschreiben auf. Am Anschlagsort wurden nach Angaben der Bundesanwälte drei Schriftstücke mit gleichem Text gefunden – dies ist nach Aussage von Experten ungewöhnlich. Neben der Forderung nach Abzug von Tornado-Kampfflugzeugen der Bundeswehr aus Syrien und Schließung des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein wird auch die Bundeskanzlerin in dem Schreiben namentlich genannt. „Aber anscheinend scherst du dich Merkel nicht um deinen kleinen dreckigen Untertanen. Deine Tornados fliegen immer noch über dem Boden des Kalifats, um Muslime zu Ermorden.“

Die Dortmunder Spieler brauchten gestern lange Zeit, um den Schock des Anschlags einigermaßen aus den Köpfen zu bekommen. 0:2 lagen die Borussen gegen AS Monaco im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League zur Pause zurück. Am Ende hieß es 3:2 für Monaco. Politik & Sport

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